Stirbt ein Angehöriger, so bleibt den Hinterbliebenen kaum Zeit zum Innehalten. Es gibt viel zu erledigen. Ein Überblick.

Bestatter Gerd Müller
Welche Urne oder welcher Sarg soll es sein – Fragen, die man mit dem Bestatter bespricht, der darüber hinaus bei Erledigungen im Zusammenhang mit dem Todesfall hilft.

Welche Urne oder welcher Sarg soll es sein – Fragen, die man mit dem Bestatter bespricht, der darüber hinaus bei Erledigungen im Zusammenhang mit dem Todesfall hilft.

Welcher Sarg soll es sein, oder welche Urne – Fragen, die man mit dem Bestatter bespricht, der darüber hinaus bei weiteren Erledigungen im Zusammenhang mit dem Todesfall hilft.

ILLUSTRATION - Ein Teller mit Joghurt, aufgenommen am 06.10.2017 in Berlin. (zu dpa «Vergifteter Joghurt gefunden - Polizei nimmt Tatverdächtigen fest» vom 06.10.2017) Foto: Alexander Blum/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Sophia Kembowski dpa, Bild 1 von 3

Welche Urne oder welcher Sarg soll es sein – Fragen, die man mit dem Bestatter bespricht, der darüber hinaus bei Erledigungen im Zusammenhang mit dem Todesfall hilft.

Düsseldorf. Wenn jemand verstirbt, ist für die Angehörigen eine Vielzahl von Dingen zu erledigen. Wir haben die zehn wichtigsten zusammengestellt, mit denen man in den ersten Tagen und Wochen konfrontiert ist.

1. Totenschein

Verstirbt jemand zu Hause, so muss innerhalb von 24 Stunden ein Arzt benachrichtigt werden. Dieser untersucht den Verstorbenen und stellt den Totenschein aus. Mit diesem Totenschein kann die Sterbeurkunde beantragt werden (siehe unten 6). Ist der Angehörige im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim verstorben, so kümmert sich dieses um die ärztliche Untersuchung und den Totenschein.

2. Testament

Sie sollten sich auf die Suche nach einem eventuellen Testament begeben. Finden Sie eines, müssen Sie dieses beim Nachlassgericht (Amtsgericht am Wohnsitz des Verstorbenen) abgeben. Auch wenn Sie meinen, dass dieses Testament vielleicht überholt ist. Das zu beurteilen, ist nicht Ihre Sache.

3. Dokumente zusammenstellen

In den auf den Tod folgenden Tagen werden viele Kontaktaufnahmen zu Behörden oder Vertragspartnern des Verstorbenen erforderlich. Stellen Sie daher die dafür erforderlichen Dokumente zusammen – Vertragsunterlagen zu Versicherungen, Bankkontakte usw.

4. Adressliste

Schreiben Sie eine Adressliste der vom Todesfall zu benachrichtigenden Personen.

5. Bestatter suchen

Die Verbraucherzentrale NRW hat in mittlerweile 21. Auflage einen 190 Seiten starken Ratgeber mit dem Titel „Was tun, wenn jemand stirbt“ herausgegeben. Da geht es neben den von den Angehörigen zu erledigenden Dingen auch um Bestattungsfragen, um die damit zusammenhängenden Kosten oder auch um das Thema Trauerbewältigung. Das Buch kann für 12,90 Euro bestellt werden unter ratgeber@vz-nrw.de

Ausführlichen Rat gibt es auch bei der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas e.V. Hier finden Sie schon auf der Internetseite aeternitas.de zahlreiche Ratschläge. Auch kann man dort für 9,50 Euro den 54-seitigen „Leitfaden für den Trauerfall“ bestellen.

Suchen Sie sich ein Bestattungsunternehmen, das Ihnen dann viele der zu erledigenden Aufgaben abnimmt. Zum Beispiel auch den nächsten Punkt: Sie brauchen eine:

6. Sterbeurkunde

Diese Urkunde bescheinigt amtlich den Tod, dessen Ort und Zeitpunkt. Ausgestellt wird sie vom Standesamt. Sie sollten sich mehrere Sterbeurkunden ausstellen lassen, weil Sie diese im Kontakt mit Behörden und Versicherungen benötigen. Nicht in jedem Fall akzeptieren diese Stellen eine Fotokopie.

7. Arbeitgeber

Informieren Sie den Arbeitgeber des Verstorbenen. Mit diesem muss auch besprochen werden, wie lange noch eine Weiterzahlung des Gehalts, gegebenenfalls abgesichert durch Tarifvertrag, vereinbart ist. Auch sollten persönliche Gegenstände von der Arbeitsstelle abgeholt werden. War der Verstorbene selbstständig, sollten seine Kunden informiert werden. Melden Sie sich auch bei Ihrem eigenen Arbeitgeber, um gegebenenfalls Sonderurlaub zu erhalten.

8. Behörden und Versicherer

Informieren Sie Rentenversicherung und Krankenkasse über den Todesfall. Bei der Rentenversicherung geht es oftmals um eine zu beanspruchende Hinterbliebenenrente. Wichtig ist der Kontakt zur Krankenkasse insbesondere, wenn es um die Mitversicherung von Angehörigen des Verstorbenen geht. Wie es hier weitergeht, muss geklärt werden. Ebenso müssen private Versicherungen kontaktiert werden. Vor allem Lebensversicherer, gegen die möglicherweise Ansprüche bestehen.

9. Erbschein

Kommen Sie als Erbe in Betracht, so beantragen Sie beim Nachlassgericht einen Erbschein. Dieses Dokument benötigt ein Erbe, um entsprechende Ansprüche, zum Beispiel gegenüber einer Bank, belegen zu können. Sollten Sie Erbauseinandersetzungen befürchten, sollten Sie möglichst bald Kontakt zu einem Notar oder Rechtsanwalt aufnehmen.

10. Verträge kündigen

Machen Sie sich Gedanken, welche Verträge des Verstorbenen gekündigt werden sollen. Ob beispielsweise ein Mietvertrag fortgeführt oder aufgelöst werden soll. Auch regelmäßige Dienstleistungen wie Haushaltshilfen müssen abbestellt, Rundfunkbeitrag und Abos gekündigt werden.

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