Aus der gewohnten Rolle schlüpfen. Experte rät: Die eigene Komfortzone einmal verlassen.

Beim Christopher-Street-Day in Köln gibt es ein äußerst buntes Völkchen zu bestaunen.
Beim Christopher-Street-Day in Köln gibt es ein äußerst buntes Völkchen zu bestaunen.

Beim Christopher-Street-Day in Köln gibt es ein äußerst buntes Völkchen zu bestaunen.

dpa

Beim Christopher-Street-Day in Köln gibt es ein äußerst buntes Völkchen zu bestaunen.

Köln. Im Alltag fällt es oft schwer, aus seiner Routine auszubrechen. Um nicht geistig einzurosten, sollte jeder gelegentlich etwas Neues probieren. Gerade im Alter sind viele Gewohnheiten aber besonders fest verankert. Doch: „Auch Senioren können versuchen, mal aus ihrer gewohnten Rolle zu schlüpfen“, sagt Gabi Klein vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA).

Das fange mit ganz kleinen Dingen an, indem man sich zum Beispiel überlege, wen man in seiner Nachbarschaft grüße und wen nicht. „Da gibt es vielleicht eine Person, die ich seit 20 Jahren nicht grüße.“ Nehmen sich Ältere bewusst vor, genau diesem Menschen das nächste Mal „Hallo“ zu sagen, brechen sie mit ihrem üblichen Verhalten. Oft seien sie überrascht, was dann passiere und was sie von ihrem Gegenüber zurückbekämen.

„Vielleicht ärgern Sie sich jedes Mal, wenn sich im Supermarkt einer vordrängelt, Sie sagen aber nie etwas.“

Gabi Klein, Kuratorium Deutsche Altershilfe

Sich unangenehmen Situationen zu stellen helfe dabei, den Horizont zu erweitern: „Hören Sie in sich hinein. Vielleicht ärgern Sie sich jedes Mal, wenn sich im Supermarkt einer vordrängelt, Sie sagen aber nie etwas“, gibt Klein als Beispiel. Einen Versuch sei es wert, das zu ändern und so sein Handlungsrepertoire zu erweitern. Je flexibler jemand in Bezug auf sich selbst sei, umso toleranter könne er sich auch anderen gegenüber zeigen.

Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, sollte sich gezielt nach Veranstaltungen in seiner Nähe umsehen, die ihm zunächst vielleicht weniger vertraut sind. Das können beispielsweise ein Tag der offenen Tür in einer Moschee oder eine Straßenparade von Schwulen und Lesben sein.

Statt sich mitten ins Getümmel zu stürzen, kann es für den Anfang auch ausreichen, das Ganze aus einem netten Café zu beobachten. „Es geht darum, seine eigene Komfortzone zu verlassen“, erläutert Klein. Denn da sei es zwar bequem, aber auch langweilig.

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