garantien_aussenhandel.jpg
Vertrauen ist gut, Garantien sind besser.

Vertrauen ist gut, Garantien sind besser.

RSGV

Vertrauen ist gut, Garantien sind besser.

Im internationalen Handel kommen Mittelständler mit zahlreichen Zulieferern in Kontakt. Um nicht allein auf die Zuverlässigkeit vertrauen zu müssen, stellen Kreditinstitute eine Reihe von Absicherungsinstrumenten zur Verfügung, die im weltweiten Geschäftsverkehr anerkannt sind.

Bankgarantie

Bankgarantien sind im Geschäftsverkehr üblich. Die wichtigsten sind die Liefergarantie und die Zahlungsgarantie. Wenn Sie beispielsweise 10.000 Fahrradsättel an einen Partner in Seoul liefern sollen, können Sie mit ihm aushandeln, dass er eine Zahlungsgarantie bei einem Kreditinstitut beantragt. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie Zweifel an der Bonität ihres Abnehmers haben. Das beauftragte Institut übernimmt die Zahlung des vereinbarten Warenpreises, sollte der Kunde nicht bezahlen können oder wollen. Bei der Liefergarantie läuft es anders herum: Sollten Sie die 10.000 Fahrradsättel nicht liefern können, zahlt das Institut eine Entschädigung an den Kunden.
Unternehmen können die Bankgarantie auf zweierlei Weisen nutzen: Als Auftraggeber einer Bankgarantie signalisieren sie dem Geschäftspartner ein hohes Maß an Seriosität und Sicherheit und verbessern damit ihre Verhandlungsposition. Als Begünstigter einer Bankgarantie sichern Sie sich selbst gegen Zahlungs- und Lieferausfälle ab. Deshalb kann es notwendig sein, vor Abschluss eines Vertrages auf die Vorlage einer Bankgarantie zu bestehen.

Dokumenteninkasso

Dieses international anerkannte Verfahren sichert vor allem das Zahlungsrisiko des Exporteurs ab. Im Gegensatz zur Zahlungsgarantie wendet sich der Exporteur selbst an sein Geldinstitut, um es abzuschließen. Will er also sichergehen, dass die 10.000 Fahrradsättel bezahlt werden, einigt er sich vor dem Handel auf ein Dokumenteninkasso. Dafür werden in der Regel mithilfe der beteiligten Kreditinstitute Dokumente zu dem Geschäft erstellt, die der Käufer erst erhält, wenn er den Kaufpreis entrichtet oder einen Wechsel darüber akzeptiert hat. Erst mit diesen Dokumenten in der Hand kann er die Ware in Empfang nehmen. Sie sind gewissermaßen der Schlüssel, mit dem er die Kisten mit den 10.000 Fahrradsätteln aufschließen kann.

Dokumentenakkreditiv

Sicher, sicherer, am sichersten: Die Steigerungsform von Dokumenteninkasso ist Dokumentenakkreditiv. Es funktioniert auch mittels Austausch von Schriftstücken, enthält aber zudem das Zahlungsversprechen eines Kreditinstituts, in diesem Fall des Käufers beziehungsweise Importeurs. Selbst, wenn dem plötzlich in den Sinn kommt, dass er eher Lenkstangen als Fahrradsättel benötigt und deshalb die Rechnung nicht bezahlt, fließt Geld an den Exporteur. Der Importeur erhält umgekehrt die Sicherheit, dass die erworbene Ware tatsächlich wie vereinbart geliefert wird. Dass sich also die 10.000 Fahrradsättel auch wirklich unbeschädigt und in der bestellten Ausführung in der Kiste befinden.

Kreditinstitut als Einkaufs- und Absatzfinanzierer

1. Der Exporteur und der Importeur schließen einen Liefervertrag.
2. Der Importeur beauftragt die Akkreditiveröffnung bei seinem Kreditinstitut.
3. Die Akkreditivbank sendet dem avisierenden Institut – also in dem Fall der Sparkasse, die den Exporteur bezahlt – ein Akkreditiveröffnungsschreiben.
4. Die Sparkasse teilt dem Exporteur mit, dass eine Zahlung eingehen wird.
5. Der Exporteur verlädt die Ware am Versandort und erhält die entsprechenden Dokumente, die er anschließend, neben den anderen im Akkreditiv geforderten Dokumenten, bei seiner Sparkasse einreicht.
6. In diesem Fallbeispiel prüft die Sparkasse die Dokumente. Wenn die Akkreditivbedingungen erfüllt sind, schickt sie die Dokumente an die Akkreditivbank und zahlt den Exporteur aus. In manchen Fällen kann auch die Bank des Importeurs die Dokumente prüfen.
7. Die Akkreditivbank sendet die Dokumente an den Importeur. Der Importeur überweist ihr den Rechnungsbetrag sowie die Gührenhren und Spesen der beteiligten Geldinstitute.

Exportfactoring

Funktioniert im Grunde wie im inländischen Geschäftsverkehr: Der Exporteur verkauft seine Geldforderungen an einen Dritten und erhält dafür den Kaufpreis abzüglich einer Gebühr ausgezahlt. Da bei Auslandsgeschäften vom Importeur sehr großzügige Zahlungsziele erwartet werden, sichert Exportfactoring auch die Liquidität des exportierenden Unternehmens – Kapital, das er etwa dazu verwenden kann, Leder für die nächsten 10.000 Fahrradsättel zu ordern.