Ein paar Sekunden unachtsam gewesen und schon ist ein Unfall passiert. Ob beim Autofahren, auf der Arbeit oder in den eigenen vier Wänden – Umfragen enthüllen die oft fatalen Folgen von Unfällen, die man durch eigene Unachtsamkeit zu verschulden hat. Wo die gesetzliche Unfallversicherung nicht greift, springt die private Vorsorge ein. Doch auch hier müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Sekundenschlaf mit verheerenden Folgen
4,5 Stunden lang fahren, 45 Minuten lang eine Pause einlegen – daran müssen sich Fernbusfahrer hierzulande halten. Dem einen oder anderen Autofahrer würde diese Vorgabe wohl auch zu Gute kommen. Denn viele Privatpersonen unterschätzen die Gefahren, die durch Müdigkeit beim Fahren entstehen, massiv. Rund jeder vierte Unfall, bei dem Menschen auf der Autobahn zu Tode kommen, wird Schätzungen zufolge durch einen Sekundenschlaf verursacht. Besonders erschreckend ist, dass jeder vierte Verkehrsteilnehmer eigener Aussage nach schon einmal am Steuer eingeschlafen ist – so eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid. Rund 42 Prozent der Befragten sind allerdings fest davon überzeugt, dass sie den Zeitpunkt des Einschlafens abpassen und rechtzeitig vorbeugen könnten. Ganze 60 Prozent sind der festen Überzeugung, dass sie die Müdigkeit durch frische Luft aus dem offenen Fenster vertreiben könnten. Dabei ist laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) eine Kurzschlaf-Pause von 10 bis 20 Minuten die einzig wirksame Lösung für das Problem.

Viele Gefahren lauern im Haushalt
Übermüdung und Unachtsamkeit können aber nicht nur auf der Straße zu verheerenden Folgen führen, sondern auch in den eigenen vier Wänden. Dem Statistischen Bundesamt zufolge kamen allein im Jahr 2015 knapp 10.000 Menschen bei Unfällen im Haus oder in der Wohnung zu Tode. Die häufigste Ursache für tödliche Unfälle im Haushalt sind Stürze, etwa beim Stolpern über Staubsaugerkabel oder beim Fensterputzen. Hinzu kommen zahlreiche Haushaltsunfälle, die zwar nicht tödlich enden, aber langanhaltende oder gar dauerhafte Verletzungen nach sich ziehen können. Da die gesetzliche Unfallversicherung in einem solchen Fall nicht greift, ist man als Geschädigter mit einer im Vorfeld abgeschlossenen privaten Police klar im Vorteil. Das gilt im Übrigen auch für Kinder, die zuhause ebenfalls nicht vor Unfällen gefeit sind.

Private Unfallversicherung – worauf sollte man achten?
Was man dabei allerdings nicht vergessen sollte: Eine Auszahlung auf Basis der vereinbarten Grundsumme erfolgt nur dann, wenn der Unfall zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden führt. Bei vielen Versicherern gibt es aber auch ohne bleibende Einschränkungen bestimmte Leistungen, die vom Versicherungsnehmer im Vorfeld genau studiert werden sollten. Beispielsweise kann der Betroffene für die Zeit der stationären oder ambulanten Behandlung einen Tagespauschalbetrag ausgezahlt bekommt. Neben Leistungen sollte man als Versicherungsnehmer unbedingt auf die Zahlungsweise und die Laufzeit der Police achten. Eine jährliche Zahlung ist meist günstiger als ein monatlicher Betrag. Bei einem Drei- anstelle eines Einjahresvertrages lässt sich häufig ebenfalls einiges an Geld einsparen. Noch mehr wichtige Fragen und Antworten zum Thema Unfallversicherung liefert unter anderem die Stiftung Warentest auf ihrer Seite.


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