Rhythmus, Schnittlänge und der richtige Schneide-Zeitpunkt sind entscheidend für eine gesunde Vegetation im Garten.

Rhythmus, Schnittlänge und der richtige Schneide-Zeitpunkt sind entscheidend für eine gesunde Vegetation im Garten.
Den Hobbygärtnern juckt es schon in den Fingern: In Kürze startet wieder die Gartensaison, und das wilde Grün sollte erstmals wieder mit dem Rasenmäher bezwungen werden.

Den Hobbygärtnern juckt es schon in den Fingern: In Kürze startet wieder die Gartensaison, und das wilde Grün sollte erstmals wieder mit dem Rasenmäher bezwungen werden.

Ulrich Bangert

Den Hobbygärtnern juckt es schon in den Fingern: In Kürze startet wieder die Gartensaison, und das wilde Grün sollte erstmals wieder mit dem Rasenmäher bezwungen werden.

Düsseldorf. Wie ein Teppich fühlt sich der Rasen auf dem Platz des Golfclubs Mettmann an. Die saftig-grünen Hügel regen den Gartenfreund zum Träumen an. Was den Hobbygärtner jedoch abschrecken könnte: Über den Platz kreist drei Mal die Woche der Rasenmäher. „Unsere Grüns mähen wir sogar täglich auf drei Millimeter“, verrät Greenkeeper Robin Kreft.

Das wäre daheim nicht nur lästig, würde eine herkömmliche Rasensorte ohne spezielle Pflege sogar stark schädigen. Für den normalen Gartenrasen empfiehlt Thomas Wagner, Fachberater beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde, einen Mäh-Rhythmus von 14 Tagen. „Ich würde damit in der ersten bis zweiten Aprilwoche anfangen“, sagt der Experte. Da sollte sich der Gärtner aber auch an den Temperaturen orientieren. „Gibt es schon eine Wärmeperiode im März, sollte man früher mit dem Mähen anfangen. Bei einem späten Wintereinbruch gilt: Lieber noch warten“, erklärt Wagner.

Vor dem Frühlingsanfang den Rasenmäher durchchecken

Gartenliebhabern, denen es schon jetzt in den Fingern juckt, rät Thomas Wagner dazu, sich bereits jetzt einmal den Rasenmäher zu begutachten. Wie hat er den Winterschlaf überstanden? Der Benzinstand, die Zündkerzen und die Schärfe der Schneideklingen sollten vor dem Start in die Saison noch mal gecheckt werden. Die Messer lassen sich schonen, wenn vor dem ersten Mähen Zweige, Äste und Laub aus dem Garten entfernt werden.

Wenn es dann endlich soweit ist, sollte der Rasen nicht zu kurz geschnitten werden. „Es darf nicht zu viel auf einmal runter“, warnt Wagner. Die Pflanzen vertragen es nicht, auf einen Schlag halbiert zu werden.

Mehr als ein Drittel der Gesamtlänge sollte nie ab, weil das zum Absterben der empfindlichen Halme führen kann. Greenkeeper Robin Kreft, der sich täglich mit millimetergenauem Rasenschnitt auseinandersetzt, empfiehlt für den normalen Hausgarten eine Schnittlänge von rund vier Zentimetern. Bei Flächen im Schatten darf es auch mal ein Zentimeter länger sein, damit die Halme eine größere Fläche haben, um Sonnenstrahlen aufzufangen.

Die exakte Höhe kann am Rasenmäher eingestellt werden

Wer sich ästhetisch mehr am Golfplatzrasen orientieren möchte, kann sich an einem Englischen Rasen versuchen und den royal gardeners Konkurrenz machen. Aber Vorsicht: Das Projekt ist pflegeintensiv. Zwei bis dreimal Mähen in der Woche ist bei Zierrasen Pflicht. Nicht jede Rasensorte verträgt dazu eine akkurate Schnittlänge von zwei bis drei Zentimeter.

Greenkeeper Robin Kreft empfiehlt Weißes Straußgras, das auch auf dem Golfplatz eingesetzt wird. Interessierte sollten sich im Gartenfachmarkt beraten lassen.

Ganz andere Anforderungen muss ein Rasen haben, auf dem etwa regelmäßig eine Tischtennisplatte steht oder auf dem auch mal der Fußball rollt. „Fragen Sie nach einer robusten und trittfesten Rasensorte im Gartenbaumarkt“, rät Fachberater Thomas Wagner.

Generell warnt der Experte vor Billigmischungen, bei denen der Rasen schon nach kurzer Zeit schlappmachen kann. Ein verlässlicher Standard ist die Richtlinie „Regel-Saatgut-Mischungen“ (RSM), Das entsprechende Etikett garantiert eine hohe Qualität.

Die exakte Höhe kann am Rasenmäher eingestellt werden. Manche Modelle arbeiten leider nur mit einem Stufenmodell. Bei Unsicherheit empfiehlt sich ein kurzer Mähtest in einem abgelegenen Bereich des Gartens.

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann es losgehen – wenn das Wetter mitspielt. Denn Regen kann alle guten Gartenvorsätze zunichte machen. Wagner empfiehlt, feuchten Rasen nicht zu mähen. Nicht nur, weil die Klingen das Gras nicht richtig erfassen und die Halme somit unregelmäßig geschnitten werden, sondern auch, weil das feuchte Grün zusammenpappt und das Reinigen des Rasenmähers zu keiner Freude macht. Manchmal ist deswegen der Vormittag kein guter Zeitpunkt fürs Mähen, weil dann der Rasen noch feucht sein kann, obwohl es keinen Niederschlag gab. Ebenso empfiehlt es sich nicht, bei Temperaturen von mehr als 30 Grad zum Rasenmäher zu greifen. Der Boden trocknet dabei zu schnell aus.

Laute Maschinengeräusche sind am Sonntag verboten

Weniger den Rasen, aber das nachbarschaftliche Verhältnis gefährdet derjenige, der sonntags den Motor anschmeißt. Das ist nämlich nicht einfach nur verpönt, sondern schlichtweg verboten. Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) gestattet das Mähen an Sonn- und Feiertagen in Wohngebieten nicht. Ebenso ist Lärm von motorisierten Maschinen nach 20 Uhr und vor 7 Uhr untersagt. In manchen Kommunen können zudem schärfere Ruhezeiten gelten, so dass gegebenenfalls eine zweistündige Mittagsruhe hinzukommt. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Nach dem Mähen rät Experte Wagner dazu, den Schnitt nicht einfach wegzuwerfen: „Das ist ein wertvolles Mulchmaterial voller Wertstoffe.“ Wer den Schnitt an schattigen Stellen wie unter einer Hecke verstreut, der versorgt den Boden mit Nährstoffen.

Mulchdecke nie dicker als ein bis zwei Zentimeter auftragen

Allerdings warnt Wagner davor, eine Mulchdecke aufzutragen, die dicker als ein bis zwei Zentimeter ist. „Sonst gibt es Gärprozesse und es kann unangenehm riechen“

Mulch kann zudem den Boden bei Hitze länger kühl halten und den Feuchtigkeitsverlust verhindern. Sogar Unkraut hat es durch den geringen Lichteinfall schwerer zu wuchern.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer