Berlin (dpa) - Welche Vögel lassen sich am häufigsten im Garten oder Park blicken? Bei der «Stunde der Wintervögel» können Naturfreunde aus ganz Deutschland dies ab Freitag wieder erforschen.

Der bislang sehr milde Winter mache die diesjährige Studie besonders spannend, teilte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) am Donnerstag mit. Einige Arten hätten aufgrund des Wetters ihre Reise in wärmere Gefilde nicht angetreten.

Von Freitag bis Montag (6.1.) rufen der Nabu und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) zu der Mitmach-Aktion auf. Die Teilnehmer sollen eine Stunde lang im Garten, auf dem Balkon oder im Park Vögel beobachten und zählen. Durch die große Datensammlung erhoffen sich die Naturschützer weitere Erkenntnisse über die Bestandsentwicklung der häufigsten Gartenvögel in Deutschland. Eine besondere Qualifikation für die Wintervogelzählung sei nicht nötig, hieß es.

Im Fokus der nunmehr vierten Winterzählung stehen weit verbreitete Arten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Auch Gärten, in denen nur wenige Vögel zu sehen sind, sollten erfasst werden. «Rückgänge von Arten können wir bei der Stunde der Wintervögel nur mitbekommen, wenn wir auch kleine Zahlen erhalten. Gerade ein schleichender Rückgang, wie wir ihn ganz aktuell bei der Amsel feststellen, würde sonst niemals auffallen», erklärte Nabu-Vogelexperte Lars Lachmann. Auch der Grünfink sei ein gutes Beispiel. Er sei 2013 vom «Grünfinkensterben» betroffen gewesen, das durch Parasiten ausgelöst wurde.

Im Januar 2013 war die Kohlmeise der am häufigsten gesichtete Wintervogel. Sie verdrängte den Haussperling auf Platz zwei, gefolgt von Blaumeise, Feldsperling und Amsel. An der Vogelzählung beteiligten sich mehr als 93 000 Menschen und damit so viele wie noch nie. Gemeldet wurden mehr als 2,7 Millionen Vögel.

Um das Bestimmen zu vereinfachen, hat der Nabu auf seiner Website Bilder und Steckbriefe der 35 wichtigsten Wintervögel veröffentlicht. Die Liste reicht von A wie Amsel bis Z wie Zaunkönig.

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