Wissen, worauf man sitzt: Viele Menschen möchten inzwischen nicht nur beim Essen auf nachhaltige und ökologische Produkte setzen, sondern auch bei der Einrichtung. Foto: Rainer Berg/Westend61/dpa-tmn
Wissen, worauf man sitzt: Viele Menschen möchten inzwischen nicht nur beim Essen auf nachhaltige und ökologische Produkte setzen, sondern auch bei der Einrichtung. Foto: Rainer Berg/Westend61/dpa-tmn

Wissen, worauf man sitzt: Viele Menschen möchten inzwischen nicht nur beim Essen auf nachhaltige und ökologische Produkte setzen, sondern auch bei der Einrichtung. Foto: Rainer Berg/Westend61/dpa-tmn

Die Initiative «Holz von hier» kennzeichnet mit ihrem Label Produkte und Holz aus regionalem Anbau und aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Foto: Holz von Hier gGmbH/dpa-tmn

Das europäische Umweltzeichen EcoLabel der Europäischen Kommission mit der Euroblume zertifiziert Produkte aus umweltfreundlicher Fertigung. Foto: EU/dpa-tmn

Das FSC-Label zertifiziert Holz-Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Foto: FSC Deutschland/dpa-tmn

Der Blaue Engel wird etwa vergeben für emissionsarme Fußbodenbeläge, Wandfarben, Tapeten und Lacke. Foto: Umweltbundesamt/dpa-tmn

Barbara Stocker ist Referentin für Nachhaltigkeit im Projekt label-online.de der Verbraucher Initiative. Foto: Label-online/dpa-tmn

Silke Peters arbeitet für die Verbraucherseite Siegelklarheit.de, die von der Bundesregierung initiiert wurde. Foto: Martin Langhorst/dpa-tmn

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Wissen, worauf man sitzt: Viele Menschen möchten inzwischen nicht nur beim Essen auf nachhaltige und ökologische Produkte setzen, sondern auch bei der Einrichtung. Foto: Rainer Berg/Westend61/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Der Markt für Bio-Produkte boomt: Vor allem im Lebensmittelbereich werden sie immer beliebter. Viele Verbraucher wollen sich aber nicht nur bio ernähren, sondern auch in anderen Lebensbereichen umweltbewusst leben.

Handel und Industrie haben das erkannt und werben mit passenden Begriffen - etwa natürlichen Einrichtungen, Bio-Möbeln und ökologischem Design. Das Problem: «Der Begriff Bio ist nur für den Lebensmittelbereich fest definiert», sagt Barbara Stocker, Referentin für Nachhaltigkeit im Projekt label-online.de der Verbraucher Initiative.

Ähnliches gilt für Bezeichnungen wie nachhaltig, fair und ökologisch. Letzterer ist auch nur bei Lebensmitteln gesetzlich geschützt, für nachhaltig und fair gibt es keine Vorgaben. «Verbraucher können daher nur schwer erkennen, was damit gemeint ist», sagt Stocker.

Doch woran kann man sich orientieren, wenn man auf der Suche nach einer umweltverträglichen Wandfarbe oder einem Tisch aus nachhaltiger Holzwirtschaft ist? Bei insgesamt mehr als 1000 Siegeln in Deutschland verliert man den Überblick. Abhilfe wollen Webangebote wie Label-Online oder Siegelklarheit.de schaffen, das von der Bundesregierung initiiert wurde.

«Für Label-Online wird bewertet, welchen Anspruch ein Label formuliert, wie unabhängig es kontrolliert und vergeben wird und wie transparent dieser Prozess für Verbraucher ist», erklärt Stocker. Zeichen, die sich der Nachhaltigkeit verpflichten sowie ökologische und soziale Aspekte einbeziehen, sind mit einem grünen «n» für Nachhaltigkeit gekennzeichnet. «Diese kleine Zusatzinformation fließt jedoch nicht in die Bewertung der Labels ein.»

Bei Siegelklarheit.de stehen Glaubwürdigkeit, Umweltfreundlichkeit und Sozialverträglichkeit im Vordergrund. Erzielt das Siegel hier jeweils mehr als 70 Prozent der Punkte, erhält es die Bewertung «Sehr gute Wahl». «Dadurch wissen die Konsumenten, dass sie dem Siegel vertrauen können», sagt Silke Peters von Siegelklarheit.de. Einzelne Kategorien für den Bereich Bauen und Einrichten gibt es nur bei Label-Online. Auf Siegelklarheit.de finden sich in der Produktgruppe Holz Beschreibungen von vier Siegeln, die zum Teil auch bei Möbeln eingesetzt werden.

Zu den Klassikern der nachhaltigen Labels gehört Der Blaue Engel. Er wird vergeben für emissionsarme Fußbodenbeläge, Wandfarben, Tapeten und Lacke, auf Schadstoffe geprüfte Matratzen, Polster- und Holzmöbel sowie umweltschonende Elektrogeräte. Produkte zertifiziert auch das europäische Umweltzeichen EcoLabel der Europäischen Kommission mit der Euroblume. Die Initiative «Holz von hier» labelt Produkte und Holz aus regionalem Anbau und aus nachhaltiger Waldwirtschaft.

Doch was ist mit Produkten, die kein Siegel tragen? Laut Peters müssen sie nicht per se weniger glaubwürdig sein. «Siegel unterstützen jedoch den bewussten Einkauf, und durch externe Kontrollen wird die Einhaltung der Standards sichergestellt.» Wer nachhaltige Möbel kaufen möchte, dem empfiehlt Fachbuchautor Marcus Franken auch den Gang zum Flohmarkt, Antiquitätenhändler oder Gebrauchtwarenkaufhaus. Bei diesen Produkten sind Schadstoffe in der Regel schon verdunstet. Bei Neuware empfiehlt Franken möglichst massive Möbel aus FSC-zertifiziertem Holz zu kaufen. «Die halten länger als Sperrholzmöbel und überstehen auch mehr als einen Umzug.»

Service:

Marcus Franken, Monika Götze: Einfach öko. Oekom Verlag, 2017. 192 Seiten, 17,95 Euro, ISBN-13: 978-3-86581-836-2

Das Themenheft «Schadstoffarm Wohnen» der Verbraucher Initiative kann für zwei Euro zuzüglich Versand bestellt oder im Internet heruntergeladen werden.

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