Rasenmähen: Gartenarbeiten im frühlingshaften Winter
Rasenmähen kann der Hobbygärtner, solange es warm ist und die Halme sprießen. Foto: Kai Remmers

Rasenmähen kann der Hobbygärtner, solange es warm ist und die Halme sprießen. Foto: Kai Remmers

dpa

Rasenmähen kann der Hobbygärtner, solange es warm ist und die Halme sprießen. Foto: Kai Remmers

Berlin (dpa/tmn) - Der Frühling ist da - das könnte man meinen, wenn man sich im Garten umschaut. Einige Pflanzen treiben schon aus. Allerdings haben sie ihren Winterschlaf nur verschoben. Hobbygärtner müssen darauf reagieren.

Es könnte auch April sein: Die Sonne scheint, die Temperaturen sind mild. Von bitterer Kälte und Schneetreiben ist in Deutschland derzeit nichts zu spüren. Da sprießen die Pflanzen im Garten. Hobbygärtner müssen sich darauf einstellen - sie können beispielsweise den Rasen mähen. Denn schneiden darf man die Halme, solange es warm ist, erläutert Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin. Allerdings rät die Expertin, außerhalb der eigentlichen Wachstumszeit das Grün nicht mehr so kurz zu schneiden.

Hobbygärtner sollten zudem schauen, ob noch einzelne Blätter von den schon fast kahlen Bäumen auf den Rasen gefallen sind. Diese müssen entfernt werden, betont Van Groeningen. Bleibt das Laub liegen, fault es bei warmen Temperaturen. Schließt der Schnee das sich zersetzende Laub auf der Rasenfläche ein, kann es die Gräser schädigen, und es entsteht der sogenannte Schneepilz. Diese Stellen sind verloren - sie müssen im Frühjahr neu gesät werden.

Haben Pflanzen einen Winterschutz, sollte dieser nun entfernt oder die Hülle zumindest geöffnet werden. «Wir laufen gerade draußen auch nicht im dicken Pelzmantel herum oder lassen ihn wenigstens offen», sagt Robert Markley, Geschäftsführer des Verbandes der Gartenbaumschulen in Haan in Nordrhein-Westfalen.

Sind die Pflanzen zu dick eingepackt, wird es unter dem «Mantel» feucht und warm. Schimmel kann sich bilden. «Außerdem sind jetzt bestimmte Pflanzen schon in einem Voraustrieb-Stadium», erläutert Markley. Angeregt von der frühlingshaften Wärme können sie schnell anfangen zu wachsen - vor allem, wenn sie noch unter mollig-warmem Reisig oder Vlies sind.

Das frische, noch weiche und empfindliche Grün erfriert aber bei kalten Temperaturen - und die ganze Pflanze nimmt im schlimmsten Fall Schaden. Bilden etwa die Rosen mitten im Winter frische Triebe, kann der Hobbygärtner erst mal nichts machen. Die Stellen sollte er gut eingepacken, wenn es frostig wird. Auf keinen Fall sollten Gärtner die frischen Triebe entfernen, erläutert Markley. «Sie werden erst zurückgeschnitten, wenn die Forsythien blühen» - also im Zuge des ganz normalen Rosenschnitts im Frühling. Frische Schnittwunden im Winter könnten die Pflanzen gefährden.

Um bereits austreibende Frühjahrsblüher wie Krokusse müssen sich Hobbygärtner zunächst nicht kümmern, sagt Markley. Wird es frostig-kalt, sollte in diesem Winter ausnahmsweise eine Schicht organisches Material wie Mulch oder Reisig über die Triebe kommen. Sonst erfrieren die Pflanzen. Wer Blumenzwiebeln in Töpfe gesetzt hat, sollte diese aus der Sonne nehmen und in den Schatten stellen - dann verschlafen sie den winterlichen Frühling.

An warmen Tagen im Winter dürfen Hobbygärtner das Gießen nicht vergessen. Denn im Winter erfrieren viele Gehölze meist nicht, sie verdursten. Scheint die Sonne, verdunsten Immergrüne wie Buchsbaum oder Spindelstrauch Wasser - in der Folge werden sie durstig und ziehen neues Wasser aus dem Boden. Ist der Boden gefroren, bleibt ihnen das verwehrt, erläutert der Bund deutscher Baumschulen in Pinneberg.

Kündigt sich in der nächsten Zeit doch noch der Wintereinbruch an, sollten Hobbygärtner zur Gießkanne greifen - und den Pflanzen etwas Wasser geben, bevor der Boden um ihre Wurzeln herum gefriert.

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