Sukkulente Kalanchoe beharensis
Die pelzigen Blätter und die geschwungene Form sind das Markenzeichen der Sukkulente Kalanchoe beharensis.

Die pelzigen Blätter und die geschwungene Form sind das Markenzeichen der Sukkulente Kalanchoe beharensis.

BBH/dpa/tmn

Die pelzigen Blätter und die geschwungene Form sind das Markenzeichen der Sukkulente Kalanchoe beharensis.

Heimsheim (dpa/tmn) - Agave, Aloe oder Kaktus: Wer eine pflegeleichte Pflanze sucht, wählt eine Sukkulente. Dank ihres wasserspeichernden Gewebes nehmen diese Pflanzen ein unregelmäßiges Gießverhalten ihres Besitzers nicht übel.

Sukkulenten und Kakteen sind die Exoten im Wohnzimmer und echte Klassiker auf dem Fensterbank. «Sie rufen besonders jetzt in der kalten Jahreszeit die Urlaubsgefühle aus dem Sommer wieder hervor», sagt der Floristmeister und Gärtner Bernd Kauffmann aus Heimsheim in Baden-Württemberg.

Die Besonderheit dieser Pflanzen liegt in ihrem Wachstum. «Die krummen und schiefen Formen - eigenwillig gewachsen - beleben den Wohnraum. Wer beispielsweise alles streng architektonisch geradlinig in seiner Wohnung angeordnet hat, erzielt mit einer schräg und krumm gewachsenen Pflanze einen regelrechten Eyecatcher.»

Besonders in Verbindung mit hohen Pflanzgefäßen, auf den die Sukkulenten scheinbar thronen, sind sie ein schöner Blickfang. «Einen eigenwilligen Reiz senden zudem die verschiedenen Oberflächenstrukturen aus, da die Sukkulenten beispielsweise behaart, glatt oder metallisch glänzend sind», so Kauffmann.

Er empfiehlt, die pflegeleichten Pflanzen alle zwei Wochen in zimmertemperaturwarmes Wasser zu tauchen. Zu kaltes Wasser lässt die Blätter gelb werden und abfallen. Ihr Vorteil gegenüber anderen Zimmerpflanzen: Sukkulenten können teilweise auch im Dunklen stehen, was zwar das Wachstum bremst, dem Gewächs aber nicht schadet. Während man im Gartenbereich ein Drittel Blumenerde mit zwei Drittel mineralischen Bestandteilen wie Quarzsand und Blähton mischt, genügt in Topfbepflanzungen ein Verhältnis von eins zu eins.

«Sukkulenten sind wahre Durstkünstler, deshalb sollten Kakteen im Winter sechs Monate lang überhaupt nicht gegossen werden», sagt der Garten- und Landschaftsarchitekt Martin Haberer aus Nürtingen. Seine Leidenschaft für diese Pflanzen, insbesondere für die Hauswurzarten, begann vor 40 Jahren. «Ich sah sie in der Natur, in den Bergen der Alpen, und war von den vielfältigen Arten fasziniert, die so anspruchslos zwischen den Steinen wuchsen», erzählt Haberer, der auch ein Buch über Sukkulenten geschrieben hat.

Wer sich an einem kleinen Steingarten probieren möchte, kann Haberer zufolge zu diesen robusten winterharten Sukkulenten greifen: Der zwischen 5 und 15 Zentimeter hohe «Weiße Mauerpfeffer» (Sedum album) bezaubert im Juli und August mit seinen weißen Sternblüten. Im Winter erträgt er minus 25 Grad, seine ansonsten grünen Blätter färben sich dann - wie auch bei Trockenheit - rotbraun.

Die rosablühende Kaukasus-Fetthenne (Sedum spurium) wiederum eignet sich mit ihren kriechenden Trieben für dicke Polster im Beet. Die Rosetten der Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) können bei nahrhaftem Boden von normalen 5 Zentimetern bis auf 20 Zentimeter Durchmesser anwachsen. Die Pflanze trägt im Sommer rosafarbene Blüten an bis zu 40 Zentimeter hohen Stängeln. Exotisch anmutend passt die ebenfalls rosettenförmige Sempervivum arachnoideum 'Alpha' dazu, deren braunrote Blätter silbrig übersponnen sind. Bewährt hat sich auch die Sempervivum 'Othello' mit ihren großen braunroten Rosetten.

Wer sich an größere Pflanzen traut, kombiniert Sukkulenten mit Stauden. Eine Harriman Yucca (Yucca harrimaniae) aus der Gattung der Palmlilien (Yucca) beispielsweise ist frosthart bis ungefähr minus 18 Grad und kann mit ihrem Blütenstand bis zu einem Meter über die eigenen Blätter hinausragen. Die glockenförmigen cremefarbenen Blüten ziehen von April bis Juli die Blicke auf sich. Das dornenreiche und strauchig wachsene Kakteengewächs Opuntia polyacantha 'Wiebke' bildet mit einer Wuchshöhe von rund 15 Zentimetern und den himbeerroten Blüten einen wunderschönen Kontrast im Beet. Die Opuntien tragen im Herbst meist farbige Früchte, die teilweise essbar als Kaktusfeigen in Supermärkten angeboten werden.

Literatur:

Haberer, Martin/Graf, Hans: 500 winterharte Sukkulente und Kakteen, Ulmer, 190 Seiten, 29,90 Euro, ISBN-13: 978-3800154876

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