Der Schneeball
Auch bei ständigem Wechsel von Frost und Plusgraden bleibt die Blüte des Schneeballs stehen.

Auch bei ständigem Wechsel von Frost und Plusgraden bleibt die Blüte des Schneeballs stehen.

PdM/dpa/tmn

Auch bei ständigem Wechsel von Frost und Plusgraden bleibt die Blüte des Schneeballs stehen.

Berlin (dpa/tmn) - Der duftende Schneeball als Winterblüher gilt als Lichtblick in der kalten Jahreszeit. Seine zarten Miniblüten gleichen Schneeflocken, die sich zu einem kleinen unvollendeten Schneeball formen. Den Strauch kann man jetzt noch einpflanzen.

Der Schneeball-Strauch bezaubert im Winter mit seinen weißen Blüten. Er kann unter bestimmten Bedingungen sogar jetzt gepflanzt werden. «Dafür muss der Boden im Winter offen und locker sein», sagt Jörg Franzke von der Baumschulabteilung Rothe Gartenbau im Landesverband Gartenbau und Landwirtschaft Berlin. Denn bei Laubgehölzen gilt die Regel, von Mitte Oktober bis Ende März zu pflanzen, bei Koniferen bereits ab Mitte September. «Der Vorteil der Winterpflanzung liegt im Wurzelwachstum. Bei plus zwei Grad wird das Wachstum bereits für das nächste Jahr angeregt», so der Experte.

Auch wenn die Temperatur im Winter zwischen Frost und Plusgraden schwanke, geht die Blüte nicht kaputt. Da die Containerware der Baumschulen regelmäßig umgesetzt wird, werden feinere Wurzeln ausgebildet, die sich deshalb schnell an einen neuen Standort eingewöhnen. Somit kann die Ware an 365 Tagen im Jahr gepflanzt werden. Anders verhält es sich bei älteren Pflanzen im Garten, die mit ihrem dichten Wurzelwerk bereits an einen Standort gewöhnt sind.

«Beim Einsetzen des Schneeballs sollte das Pflanzloch doppelt so groß sein wie der Ballen», so Franzke. Zudem müsse der Standort so gewählt werden, dass sich die Pflanze entwickeln kann - also nicht zu dicht an einer Hausecke. Der Schneeball liebt es sonnig bis halbschattig. Da die Kultur anspruchsvoll ist und langsam wächst, ist sie in deutschen Gärten noch nicht so weit verbreitet. «Wer jedoch einen Themengarten anlegt, wie beispielsweise nach japanischem Vorbild, holt sich mit dem Schneeball als Solitärpflanze einen Eyecatcher in den Garten», sagt Franzke.

Wer sich eingehender mit den einzelnen Sorten des Schneeballs (Viburnum) beschäftigt, merkt schnell, dass es ein Strauch für jede Jahreszeit ist: Der Winterschneeball «Dawn» beginnt bereits im November zu blühen, die Hauptblüte zeigt er allerdings erst von März bis April. Er ist ein buschiger Strauch mit stark duftenden rosa-weißen Blüten und erreicht eine Höhe von rund zweieinhalb Metern. Beim Duftschneeball zeigen sich die weißen bis rosa Blüten in duftenden Rispen im Februar und März - in milden Wintern auch früher.

Von März bis April kann sich der Gartenfreund an den Schirmrispen des mit rund anderthalb Meter großen Mittelmeer Schneeballs erfreuen, der jedoch einen geschützten Standort beispielsweise in einer Hausecke benötigt. Da seine Blätter immergrün sind, macht sich der Strauch besonders gut als Blickfang aus dem Innern des Hauses hinaus in den verschneiten Garten. Floristen schätzen zudem seine blau, fast schwarz-glänzenden Früchte für Sträuße und Gestecke.

Auch der Osterschneeball hat ein immergrünes Blattwerk und zeigt seine attraktiven weißen Blütenbüschel von April bis Mai. Der ebenfalls von April bis Mai blühende großblumige Duft-Schneeball ist wegen seiner bis zu 13 Zentimeter breiten Blüten besonders beliebt. Seine ovalen grünen Blätter weisen auf der Oberfläche einen leichten Grau-Ton auf, der sich im Herbst intensiv leuchtend rot einfärbt.

Der frostharte koreanische Duft-Schneeball hat mit seiner Größe von gerade mal eineinhalb Metern einen kugeligen Wuchs und duftet sehr süßlich. Öffnen sich die Knospen im April, dann sind die Blüten zunächst noch rosa gefärbt, bis sie in ein strahlendes Weiß übergehen. Die Blätter nehmen im Herbst eine orange bis rotbraune Farbe an.

Wer bei all der Vielfalt jetzt auf den Gedanken einer Jahreszeiten-Hecke in seinem Garten kommt, wird enttäuscht. «Dazu sind die Pflanzen zu unterschiedlich in ihrem Wuchscharakter und in der Wuchshöhe», sagt Peter Heydorn vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) in Pinneberg. «Je nach Sorte wachsen sie 20 Zentimeter bis einen Meter im Jahr», erklärt er.

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