Göttingen (dpa/tmn) - Einen nicht gerade schönen deutschen Namen tragen die Cinerarien: Aschenblume, weil die Unterseiten der Laubblätter gräulich gefärbt sind. Sie heißen auch Läuseblume, denn sie werden von den Insekten häufig befallen. Dabei handelt es sich bei den Cinerarien um farbenfrohe und blütenreiche Pflanzen.

Das Besondere der Aschenblume: Während bei anderen Korbblütlern die Blütenmitte gelb ist, tragen manche Aschenblumen dort auch ihre leuchtenden Farben, was ihre Wirkung deutlich verstärkt.

«Botanisch heißen die Aschenblumen Pericallis», erklärt Michael Schwerdtfeger, Kustos des Alten Botanischen Gartens der Georg-August-Universität Göttingen. Doch der alte botanische Name Cineraria - umgangssprachlich entsprechend Cinerarie - hat sich gehalten. Die Pflanzen stammen ursprünglich von den Kanarischen Inseln. «Auf jeder der sieben Inseln gibt es eigene Arten, die nur dort verbreitet sind», erklärt der Botaniker. Es sei eindrucksvoll, die farbenfrohen Korbblütler in Blau, Violett oder Rosa dort in den Bergen zu entdecken.

In der gärtnerischen Kultur werden keine Wildarten vermehrt, sondern es handelt sich um Hybriden. Meist ist eine der Arten Pericallis cruenta, in die andere Arten eingekreuzt wurden.

Pflegehinweise können Hobbygärtner für ihre Topfpflanzen aus den Bedingungen am Naturstandort der Pflanzen ziehen: «Es ist nicht tropisch heiß auf den Kanarischen Inseln, sondern im weitesten Sinne ein mediterranes Klima», erläutert Schwerdtfeger. Er rät daher, die Pflanzen in einem beheizten Raum nicht auch noch unbedingt der vollen Sonne auf der Fensterbank auszusetzen. Besser sei ein kühler Raum mit ausreichend feuchter und frischer Luft.

Im Frühling dürfen Cinerarien auch im Freien stehen, sie vertragen leichten Spätfrost. Diese kühlen Bedingungen fördern sogar eine lange Blütezeit der Pflanzen. Auch regelmäßige Düngergaben begünstigen die Entwicklung. Dabei sollte man etwa alle zwei Wochen schwach dosiert einen Flüssigdünger für Blühpflanzen geben. Haben die Blumen Läuse, spritzt man die Insekten am besten mit Wasser ab. Die Blätter sollten anschließend wieder rasch abtrocknen und nicht tropfnass in der prallen Sonne stehen. Wie bei vielen Pflanzen ist ein zugiger Standort die Ursache für den Befall mit Läusen.

Der Hobbygärtner achtet am besten darauf, die Pflanzen gleichmäßig feucht zu halten. Er sollte die abgetrockneten Wurzelballen in einen Eimer mit handwarmem Wasser tauchen. So kann sich das Substrat vollsaugen, und die Pflanzen, die über die großen, weichen Blätter relativ viel Feuchtigkeit verdunsten, sind gut versorgt.

«Eine Cinerarie blüht üppig und ist allein durch ihre den Margeriten ähnlichen Blüten sehr dekorativ», findet Esther Herr, Fachjournalistin und Gartenbuchautorin aus Kenzingen (Baden-Württemberg). Sie rät zu einem schönen Übertopf, einer Schale für den runden Tisch oder bunten Flechtkörben aus Kunststoff. «Zu den lebhaften, heiteren Blütenfarben passen am besten Übertöpfe, die ihresgleichen suchen.» Sie mag Ton-in-Ton-Kombinationen. «Man kann jedoch auch die Herausforderung suchen, indem man zu den kräftigen Blütenfarben matte, gedeckte Gefäße aus der gleichen Farbfamilie heraussucht.»

Den Effekt kann man verstärken, indem man eine Hälfte des Übertopfs mit einer Komplementärfarbe anstreicht. «Gerne kann das auch ein Kontrast sein - wie pinkfarbene Blüten zum gedeckten Petrolblau, Lila zu Senfgelb oder Dunkelblau zu Korallenrot», sagt Herr. Gut lasse sich das mit dunkelgrauen Terrakottatöpfen umsetzen. Dunkelgrau sei grundsätzlich ein idealer Partner für die leuchtenden Blumen. Ganz groß kommen die Blumen heraus, wenn man sie in einen hohen, konisch zulaufenden Übertopf stellt.

«Auf der Fensterbank wirken Cinerarien als Solisten am besten», findet die Gartenexpertin Herr. Denn die Pflanzen haben einen verzweigten Wuchs und sind daher sehr ausladend. «Andere Pflanzen würden hier nur stören.» Sie rät auch von weiteren Dekorationselementen ab. Jede Deko mit Federn, Bändern oder Ähnlichem bringe Unruhe in die Bepflanzung.

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