Ende Februar beginnt in den USA ein Mammutprozess um die verheerende Ölpest im Golf von Mexiko 2010. Foto: Christopher Berkey/Archiv
Ende Februar beginnt in den USA ein Mammutprozess um die verheerende Ölpest im Golf von Mexiko 2010. Foto: Christopher Berkey/Archiv

Ende Februar beginnt in den USA ein Mammutprozess um die verheerende Ölpest im Golf von Mexiko 2010. Foto: Christopher Berkey/Archiv

dpa

Ende Februar beginnt in den USA ein Mammutprozess um die verheerende Ölpest im Golf von Mexiko 2010. Foto: Christopher Berkey/Archiv

Washington/London(dpa) - Mehr als anderthalb Jahre nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko versucht der Ölkonzern BP mit Nachdruck, die Milliarden-Kosten auf seine Ex-Partner Halliburton abzuwälzen.

Der britische Konzern erneuerte vor einem US-Gericht seine Forderung, dass der Erdöldienstleister Halliburton für den Schaden haften soll. Halliburton war für die Zementarbeiten am Bohrloch der explodierten Ölplattform «Deepwater Horizon» zuständig. Über Monate strömten riesige Mengen Öl ins Meer und verseuchten große Teile der US-Küste.

BP verlangt nach den am Montag (Ortszeit) bei einem Gericht im US-Bundesstaat Louisiana eingereichten Unterlagen, dass Halliburton für Kosten und Schäden aufkommt, die dem britischen Konzern im Zusammenhang mit dem Unglück entstanden sind. Der Anwalt von BP führte namentlich die Ausgaben für die Säuberung der Umwelt sowie entgangene Gewinne aus der gestoppten Ölförderung an.

Es ist unklar, wie teuer die Katastrophe für BP wird. Die Briten hatten einen 20 Milliarden Dollar schweren Fonds aufgelegt, mit dessen Mitteln die Umwelt gereinigt und etwa Fischer oder Hoteliers an den betroffenen Küstenabschnitten für ihre Einnahmeausfälle entschädigt werden sollen. BP rechnet allerdings damit, dass das Unglück den Konzern am Ende mehr als 40 Milliarden Dollar kosten wird. Ein Firmensprecher wollte sich nicht weiter dazu äußern, wieviel Geld nun Halliburton zahlen soll.

Bei der Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Durch das Unglück entstand ein Leck am Bohrloch. Mehrere Versuche, das Leck zu schließen, schlugen zunächst fehl. Erst im Juli - drei Monate nach dem Unglück - gelang es den Ingenieuren, das Bohrloch mit einem tonnenschweren Zylinder provisorisch zu verschließen. Mit einem Schlamm-Zement-Gemisch wurde die Quelle im September endgültig versiegelt.

BP war der Betreiber der Bohrinsel und hatte Halliburton angeheuert, das Bohrloch am Meeresgrund zu zementieren. Die Briten werfen dem US-Unternehmen vor, dass der damals verwendete Zementmix fehlerhaft gewesen sei und dass Halliburton nach der Explosion belastende Testergebnisse vernichtet habe. Bereits kurz nach dem Unglück gingen die Streitigkeiten los. Im April 2011 reichte BP dann unter anderem Klage gegen Halliburton ein.

Halliburton weist jede Schuld von sich und geht nach eigenem Bekunden davon aus, keine Haftung übernehmen zu müssen. Die US-Firma sagt, dass schlechte Ingenieurs- und Wartungsarbeiten bei BP in die Katastrophe geführt hätten. Im frühen New Yorker Handel fiel die Halliburton-Aktie nach dem Aufwärmen der Klage um 2 Prozent; BP gewannen 3 Prozent.

Verkompliziert wird der Streit dadurch, dass weitere Firmen in das Unglück involviert sind. So gehörte die Ölplattform der Schweizer Firma Transocean. BP hatte sie nur gemietet und verlangte auch von Transocean Schadenersatz. BP verklagte im April 2011 ebenfalls die texanische Firma Cameron International, einen Hersteller von Notabdichtungen für Ölquellen, deren «Blowout Preventer» in diesem Fall versagt hatte.

Für BP dürfte es aber schwer werden, ihre Forderungen komplett durchzusetzen. Im September 2011 hatten US-Behörden in einem Bericht die Hauptschuld für die Katastrophe bei den Briten gesehen. Transocean und Halliburton seien mitverantwortlich, hieß es. Der Untersuchungsbericht lastete BP eine Reihe von Entscheidungen an, die das Zementieren komplizierter und riskanter gemacht und möglicherweise zu dem Entstehen des Lecks beigetragen haben sollen.

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