Die Sorte 'Vulcan' gehört zu den Schau-Aurikeln. Foto: Ina Gebhardt
Die Sorte 'Vulcan' gehört zu den Schau-Aurikeln. Foto: Ina Gebhardt

Die Sorte 'Vulcan' gehört zu den Schau-Aurikeln. Foto: Ina Gebhardt

Die Blüten der Aurikeln reizen Züchter besonders. Sie mischen sich bunt und tragen Muster - die Sorte 'Last Chance' etwa einen gestreiften Rand. Foto: Ina Gebhardt

Die halbgefüllte Sorte 'Tachete' der Aurikel trägt ein schönes Burgunderrot. Foto: Ina Gebhardt

Die Sorte 'Grey Lag' mit grauem Rand gehört zu den Schau-Aurikeln. Foto: Ina Gebhardt

Die Aurikeln stehen den üblichen Primelgewächsen in Sachen schöne Blüten in nichts nach. Die Sorte 'Starflower' trägt etwa lila außen und innen weiß. Foto: Ina Gebhardt

Ina Gebhardt ist Sammlerin und Züchterin von Aurikeln aus Heidesee in Brandenburg. Foto: Jan Gebhardt

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Die Sorte 'Vulcan' gehört zu den Schau-Aurikeln. Foto: Ina Gebhardt

Heidesee (dpa/tmn) - Der Frühling naht - und weckt die Vorfreude auf bunte Farben im Garten. Einer der Vorboten ist die Primel, die man in vielen Beet- und Topfpflanzungen sieht. Hinter der Berühmtheit übersehen Hobbygärtner aber oft einige Besonderheiten. Zum Beispiel die Aurikel.

«Aurikeln sehen aus wie Primeln, die man einmal in Wachs getaucht hat», beschreibt Ina Gebhardt, Aurikelsammlerin und -züchterin aus Heidesee (Brandenburg). Und sie wachsen im Vergleich zu den gewöhnlichen Primeln kompakter. Die Aurikel bildet keine reine Art, sondern eine Naturhybride mit dem botanischen Namen Primula x pubescens. Diese Kreuzung kam natürlich und ohne Zutun eines Züchters zustande. «Sie ist aus der Alpenprimel (Primula auricula) und der Behaarten Primel (Primula hirsuta) entstanden», erklärt Gebhardt. Und sie zeichnet eine Besonderheit aus: Die Blütenfarben der Nachkommen mischen sich bunt.

Der Name Aurikel muss heutzutage aber genauer definiert werden: Da sind zum einen die robusten Garten-Aurikeln und zum anderen die Schau-Aurikeln, die als Sammelobjekte gelten.

«Die Garten-Aurikeln sind gezüchtete Sorten, die besonders wüchsig sind», erläutert die Staudengärtnerin Katharina Kaltenbach aus Neuenburg (Baden-Württemberg). Das Spektrum ihrer Blütenfarbe reicht von Gelb über Violett und Rosa bis zu Burgunderrot. Diese etwas altmodisch wirkenden Pflanzen waren Standard im Bauerngarten. Sie bilden gerade an Beeträndern, wo sie nicht überwachsen werden, prächtige Teppiche. «Sie sollten alle zwei bis drei Jahre geteilt werden», rät Kaltenbach. Das erhält die Vitalität der Pflanzen.

Die Schau-Aurikeln sollten Blüten haben, deren Blätter eine ebenmäßige Scheibe bilden. Aber manche Exemplare haben noch mehr Reizvolles: Da wären Blüten in reinem Schwarz, die man in dieser Form sonst nur sehr selten findet. Des Weiteren tragen manche Sorten grüne Blütenblätter. «Dabei handelt es sich um Mutationen, bei denen sich Blattsubstanz in den Blüten manifestiert hat», erläutert Gebhardt.

Ungewöhnlich ist zudem weißer Belag auf den Blüten und häufig auf den Blättern, der wie Mehlstaub aussieht. «Dieser Belag wird unter Kennern auch Farina genannt» - das lateinische Wort für Mehl, sagt Gebhardt. Farina bildet sich aus Wachshärchen und dient der Pflanze als Schutz vor Verdunstung. Der Belag macht Schau-Aurikeln empfindlicher. «Zur Blütezeit muss man die Pflanzen unter ein Dach stellen, damit keine Wassertropfen auf die Blütenblätter kommen», erklärt Kaltenbach. Sonst gibt es Wasserflecken.

Das A und O ist eine lockere Erde. «Wenn nicht genug Luft an die Wurzeln kommt, besteht die Gefahr für Wurzelfäulnis», erklärt Gebhardt. Das kann für die Pflanze tödlich sein. Sie rät auch zu einer maßvollen Nährstoffversorgung. «Die Pflanzen wachsen zu schnell, wenn sie viel Dünger bekommen - was sie angreifbar macht.» Auch beim Gießen sind die Pflanzen genügsam. Der Hobbygärtner gibt am besten erst dann Wasser, wenn die Erde abgetrocknet ist.

Aurikeln sollten einmal im Jahr einen größeren Topf bekommen, damit die Wurzeln gesund wachsen können. Dabei kann man sie auch vermehren, indem man die neben der Rosette neu gebildeten Ableger abnimmt und einzeln eintopft. «So erhält man sortenreine Nachkommen», erläutert Gebhardt.

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