Aufzucht beginnt auf der Fensterbank
Damit die Samen im richtigen Klima keimen können, werden die Gefäße mit Klarsichtfolie überspannt. Foto: Andrea Warnecke

Damit die Samen im richtigen Klima keimen können, werden die Gefäße mit Klarsichtfolie überspannt. Foto: Andrea Warnecke

dpa

Damit die Samen im richtigen Klima keimen können, werden die Gefäße mit Klarsichtfolie überspannt. Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - Der Frühling steht fast in den Startlöchern. Oft ist es schon mild genug, um mit der Gartensaison zu beginnen. Hobbygärtner dürfen dann wieder setzen, stutzen und säen. Hier sind die Aufgaben für den Monat März.

Mit viel Glück gibt es zeitig die ersten Tage mit warmem Sonnenschein und sanftem Frühlingswind. Dann stecken schon die ersten Frühblüher ihre Köpfe aus der Erde - und geben dem Hobbygärtner das Startsignal zum buddeln, schneiden und pflanzen. Aber eigentlich beginnt die Gartensaison im März ganz woanders: auf der Fensterbank.

Dort werden die ersten Pflanzen gesät. Frühes oder frostempfindliches Gemüse wie Salat, Tomaten und Gurken sowie erste Blühpflanzen wie Duftwicken kommen in Töpfen oder einem Saatkasten auf die helle Fensterbank, erläutert Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem. Da die Setzlinge eine hohe Luftfeuchtigkeit zum Keimen brauchen, es in den beheizten Wohnräumen aber häufig zu trocken ist, stehen sie am besten in Küche oder Bad. Dort wird durch Duschen, Baden und Kochen Luftfeuchtigkeit freigesetzt. Töpfe müssen mit durchsichtiger Folie bedeckt werden, der Saatkasten hat einen Deckel. Erst im April und wenn es weitgehend frostfrei ist, können die Sämlinge ins Freie.

Mit als Erstes blühen nun die bereits im Herbst gesetzten Krokusse und Narzissen. Sind sie verblüht, können sie umgesetzt werden, erläutert Van Groeningen. «Auch alles, was winterhart ist, kann jetzt gut umgepflanzt oder umgetopft werden - wie Stauden und Gräser.»

Für Nachwuchs lässt sich im März ebenfalls sorgen - indem etwa Pelargonien und Fuchsien vermehrt werden, wenn sie neu austreiben. Ein Steckling kommt in einem Topf auf die Fensterbank, wo er Wurzeln bildet. Darüber wird eine durchsichtige Tüte gestülpt. Sobald die Stecklinge groß genug sind, sollten sie an warmen Tagen zum Abhärten im Freien stehen.

Wie schon an frostfreien Tagen den ganzen Winter über können nun auch noch Gehölze gesetzt werden. «Je liebevoller der Boden vorbereitet wird, desto besser wachsen die Pflanzen an», erklärt die Gartendozentin. Sie rät, ein Loch zu graben, das zweimal so groß wie der Wurzelballen ist, und den Boden mit Kompost zu versetzen.

Die sommerblühenden Gehölze wie der Sommerflieder und die Rispen- und Ballhortensie können nun noch geschnitten werden - «bis der Winter ganz vorbei ist», sagt Van Groeningen. Auch Rosen vertragen nun einen Schnitt. Hobbygärtner müssen aber mit der Schere unbedingt einen Bogen um jene Pflanzen machen, die schon im Frühling blühen. Denn sonst schneiden sie die Knospen mit ab.

Sobald der Rasen anfängt zu wachsen, kann auch der Rasenmäher ran, sagt Van Groeningen. Beim ersten Schnitt sollte aber nur ganz wenig wegkommen. Mit dem Vertikutierer entfernen Gartenbesitzer Moos oder totes Material, das sich den Winter über im Rasen angesammelt hat. Ein guter Zeitpunkt dafür ist der Monat März, bevor das Gras richtig zu wachsen beginnt. «Aber das kann man machen, wenn das Wetter es auch erlaubt», sagt die Gartenexpertin.

Danach wird der Rasen gekalkt und gedüngt - am besten an trockenen Tagen, auf die Regenwetter folgt, rät die Gartendozentin. Das schwemmt die Nährstoffe in den Boden. Alternativ müsse man das Grün nach dem Düngen kräftig gießen. Auf das Gemüsebeet dürfen Hobbygärtner nun außerdem Kompost geben.

Pflanztipp im März: Isabelle Van Groeningen sieht im Monat März im Garten besonders gerne die Schweifähre, auch als Perlschweif bekannt. «Sie hat im Frühling eine Menge Rispen mit vielen zitronengelben Blüten, die herabhängen», sagt die Gartenexpertin.

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