Stromzähler
Lediglich sieben Prozent aller deutschen Strom-Haushaltskunden haben 2010 den Anbieter gewechselt - trotz großem Einsparpotenzial.

Lediglich sieben Prozent aller deutschen Strom-Haushaltskunden haben 2010 den Anbieter gewechselt - trotz großem Einsparpotenzial.

dpa

Lediglich sieben Prozent aller deutschen Strom-Haushaltskunden haben 2010 den Anbieter gewechselt - trotz großem Einsparpotenzial.

Heidelberg (dpa) - Hohe Strompreise? Nein, danke! Das dachten sich mehr als drei Millionen Kunden und haben 2010 den Anbieter gewechselt - noch immer ein geringer Anteil. Die Strompreise hat auch das Bundeskartellamt untersucht und die Macht der Konzerne gerügt.

Drei Millionen Stromkunden haben im Jahr 2010 ihren Anbieter gewechselt. Das sind zwar deutlich mehr als im Jahr 2009, insgesamt aber nur rund sieben Prozent aller etwa 46 Millionen Strom-Haushaltskunden. Das teilte das Verbraucherportal Verivox am Donnerstag (13. Januar) in Heidelberg mit. 2009 habe der Anteil bei fünf Prozent gelegen. Beim Gas stieg die Wechselquote demnach von vier auf rund zehn Prozent. Insgesamt entschieden sich rund eine Million Gaskunden im vergangenen Jahr für einen anderen Anbieter.

Ein Großteil der Verbraucher sei dennoch immer noch nicht bereit, den Versorger zu wechseln. «Vielen Kunden sind die hohen Einsparpotenziale nicht klar, stattdessen werden Preiserhöhungen oft klaglos hingenommen», betonte der Leiter Energiewirtschaft bei Verivox, Peter Reese. Ein Grund sei auch die Furcht, dass es bei einem Wechsel zu Problemen kommen könnte. «Dabei haben alle Verbraucher ein gesetzliches Recht auf ununterbrochene Energieversorgung und Gleichbehandlung», sagte Reese. Das Einsparpotenzial beziffert Verivox beim Strom auf durchschnittlich bis zu 229 Euro, beim Gas könnten es bis zu 259 Euro sein.

Das Bundeskartellamt indes hat den vier großen deutschen Stromkonzernen keine systematische Manipulation der Strompreise nachweisen können. Die Wettbewerbssituation auf dem Markt für den Stromabsatz sei zwar unbefriedigend, aber eine gravierende Zurückhaltung von Erzeugungskapazitäten zur Beeinflussung der Preise ließe sich nicht feststellen, teilte die oberste deutsche Wettbewerbsbehörde in Bonn mit.

Dennoch hätten die Unternehmen aufgrund ihrer Marktmacht Anreiz und Möglichkeiten, den Strompreis durch missbräuchliche Kapazitätszurückhaltungen erheblich zu beeinflussen. Das Bundeskartellamt hatte seit März 2009 in einer Sektoruntersuchung die Preisbildung im Stromgroßhandel in den Jahren 2007 und 2008 genauer unter die Lupe genommen.

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