Kettnaker bietet im Programm «Soma» Paneele an, die mit Hilfe eines Magnetsystems jederzeit ausgetauscht werden kann - mal ist ein Teil aus Holz, mal lackiert, mal verspiegelt. Foto: Kettnaker/Tom Ziora
Kettnaker bietet im Programm «Soma» Paneele an, die mit Hilfe eines Magnetsystems jederzeit ausgetauscht werden kann - mal ist ein Teil aus Holz, mal lackiert, mal verspiegelt. Foto: Kettnaker/Tom Ziora

Kettnaker bietet im Programm «Soma» Paneele an, die mit Hilfe eines Magnetsystems jederzeit ausgetauscht werden kann - mal ist ein Teil aus Holz, mal lackiert, mal verspiegelt. Foto: Kettnaker/Tom Ziora

Transluzenter Stoff als Hauptmaterial der Platte, eine Halterung aus Metall und Holzfüße aus chinesischem Kirschholz: der Tisch «T» von Designedby. Foto: Designedby

Die Kommode «Rodeo» von Kare hat Türen aus recyceltem Holz, von denen einige mit Kuhfell verkleidet sind. Foto: Kare

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Kettnaker bietet im Programm «Soma» Paneele an, die mit Hilfe eines Magnetsystems jederzeit ausgetauscht werden kann - mal ist ein Teil aus Holz, mal lackiert, mal verspiegelt. Foto: Kettnaker/Tom Ziora

Köln (dpa/tmn) - Vielen Menschen ist wieder mehr nach Farbe im Wohnraum. Und zugleich sind natürliche Stoffe wie Holz, Leder und Wolle beliebt. Wie geht das zusammen? Im Materialmix!

Hier und da ein Farbtupfer, dazu viel Holz oder Leder: So setzen sich die Möbel neuerdings zusammen. Denn einerseits legen viele Menschen Wert auf natürliche Stoffe wie Wolle, Leder, Stein und Holz. Andererseits wollen sie Farbe in ihrem Wohnraum haben, was vor allem durch lackierte Oberflächen möglich ist. Beide Vorlieben kommen zusammen in einem Materialmix - der vor kurzem an fast jedem Stand der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne (19. bis 25. Januar) in Köln zu beobachten war.

Der große Einrichtungstrend ist nicht ganz neu, aber nun erst vielfach zu sehen. Dabei sind alle denkbaren Mischungen möglich - und oft setzen die natürlichen Farben der Materialien dabei die Farbkontraste, so dass gar keine lackierten Flächen dabei sein müssen. Kare aus München zum Beispiel verkleidet einige Türen des Sideboards «Rodeo» aus recyceltem Holz mit Kuhfell. Der Tisch «T» von Designedby vereint drei Materialien: einen transluzenten Stoff als Hauptmaterial der Tischplatte, eine metallische Halterung und Holzfüße aus chinesischem Kirschholz.

Überzugsstoffe wie Felle geben den Möbeln dazu noch eine Einzigartigkeit - denn kein Fell sieht wie ein zweites aus. Und daher seien etwa bei Kare alle so überzogenen Laden auch unterschiedlich, sagt Sprecherin Susanne Knacke.

Warum nicht ein Material, sondern viele verschiedene gefragt sind, kann daran liegen, dass alles inzwischen da und möglich ist - sogar Stein für filigrane Wohnmöbel. So finden massives Eichenholz und Naturstein im Beistelltisch «Primus» von Lambert zusammen. «Ein hochkomplexes Verfahren ermöglicht das Abtragen millimeterdünner Gesteinsschichten aus einem massiven Felsblock», erklärt Bernd D. Ehrengart, Inhaber von Lambert. Auch für Kettnakers Paneelensystem im Programm «Soma» kann Stein genutzt werden, da die Platten nur fünf bis sechs Millimeter stark sind. «So dünn darf Holz maximal sein, und Stein darf nicht dicker sein, sonst wird es zu schwer», erläuterte Inhaber Wolfgang Kettnaker auf der IMM Cologne.

Der Materialmix werde auch in den kommenden Saisons in Mode bleiben, sagt Ursula Geismann, Trendexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM). «Das steht auch dafür, dass die Menschen immer mehr Vielfalt wollen.» Hanf, Baumwolle, Wolle und Wollfilz seien ebenfalls beliebte Stoffe und Überzüge, unter den Lederobjekten würden biogegerbte und fast naturbelassene Leder bevorzugt. Fröhlich-farbig leuchtender Lack kommt dazu ins Spiel. An diesem Punkt ändert sich aber etwas in der aktuellen Saison: Stark glänzender Lack, auch als Hochglanzlack bezeichnet, hat nach Ansicht von Geismann seinen Zenit überschritten. Zunehmend komme matter Lack.

Der Trend zum Materialmix geht einher mit dem «Designkulturen-Clash», wie die Trendexperten der Koelnmesse es beschreiben. Das bedeutet: Möbel sind fragmentiert und können immer wieder neu zusammengesetzt werden. Das anschaulichste Beispiel für diese Entwicklung ist die Wohnwand: Einst war sie ein einziges großes Möbelstück. Heute hängen um den Fernseher herum viele kleine einzelne Elemente - so wie der Bewohner sie angeordnet haben möchte. Jedes Teil kann ein anderes Material oder eine andere Farbe haben. Solche Möbel können die Besitzer auch immer wieder umhängen und umbauen. Oder neu gestalten, indem sie Einzelteile dazukaufen - in Farbe oder aus Naturmaterialien.

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