Großzügig und barrierefrei
Wohnen drinnen und draußen: Dieser moderne Bungalow vereint Großzügigkeit mit Barrierefreiheit.

Wohnen drinnen und draußen: Dieser moderne Bungalow vereint Großzügigkeit mit Barrierefreiheit.

Flachdach und Holzfassade - das macht den typischen Bungalow-Baustil aus.

Bodengleiche Fenster und großzügiger Schnitt: Bungalows brauchen viel Platz.

Heinz von Heiden/dpa/tmn, Bild 1 von 3

Wohnen drinnen und draußen: Dieser moderne Bungalow vereint Großzügigkeit mit Barrierefreiheit.

Berlin/Lippstadt (dpa/tmn) - Der Bungalow-Baustil vereint ein modernes, großzügiges Wohngefühl mit dem Anspruch, im Alter barrierefrei zu wohnen. Bungalows sind allerdings vergleichsweise teuer. Das liegt schon daran, dass sie einiges mehr an Platz brauchen.

Mit dem Bungalow findet ein Klassiker der Moderne derzeit wieder große Aufmerksamkeit bei Bauherren und Architekten. Das ebenerdige Haus ist ideal für ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern, aber auch für anspruchsvolle Bewohner, die ihren Wohnraum im Sommer nach draußen erweitern möchten. In Deutschland entstanden die ersten Häuser dieser Art in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts.

«Vom Typus her Luxus» beschreibt der Lippstädter Architekt Heinz-Bernd Passgang die repräsentativen Objekte. Das trifft auf Bungalows von damals wie von heute zu. Denn dieser Bau braucht viel Platz. «Ein Grundstück ab 400 Quadratmeter, am besten noch größer» hält der Experte vom Bund Deutscher Architekten (BDA) für notwendig. Denn nur freistehend kommt der großzügige Baustil wirklich gut zur Geltung. Die meisten Bauherren wünschen sich außerdem einen großen Garten. Ein Einfamilienreihenhaus benötigt nur etwa die Hälfte der Fläche.

Angesichts teurer Grundstücke ist der Bungalow daher meist eine kostspielige Angelegenheit, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verbands privater Bauherren (VPB) in Berlin. Große Grundstücke - die nicht völlig fernab liegen - gebe es meist nur im teuren Speckgürtel von Großstädten. Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern auch für gebrauchte Immobilien. Allerdings offerieren Fertighausanbieter zahlreiche günstigere Varianten. Einige Bungalows werden zu Preisen unter 100 000 Euro angeboten, haben aber zumeist keinen Keller. Kettenhäuser sind laut Reinhold-Postina ebenfalls eine etwas günstigere Form des Bungalows. Die Zielgruppe seien Familien mit begrenztem Budget, die jedoch stadtnah zu den eigenen vier Wänden kommen wollen.

Die Vorteile des Bungalows sind eindeutig: Alle Wohnräume befinden sich auf einer Ebene. Es gibt in der Regel weder Schwellen noch Eingangsstufen, dafür bodengleiche, oft breite Ausgänge zu Terrasse und Garten. Dieser Baustil ermöglicht so ein weitgehend barrierefreies Wohnen. Der direkte Zugang zum Garten kommt älteren Menschen wie Kindern entgegen, aber auch «dem Trend zum Wohnen im Freien», sagt Passgang. Wer will, bezieht den Außenbereich in den Wohnbereich mit ein. Eine Überdachung macht außerdem die Terrasse bei schlechtem Wetter nutzbar.

Den Blick nach draußen geben oftmals riesige Fensterfronten frei. So flutet das Licht durch die Räume. Die Totalverglasung kann allerdings zum Problem werden, wenn sie den Energieverbrauch in die Höhe treibt. «Man sollte sich deshalb für einen Stoff mit wenig Wärmeverlust entscheiden», empfiehlt der Kölner Architekt Reimund Steven. Zum Beispiel hilft eine hochisolierende Drei-Scheiben-Technik Heizkosten zu sparen.

Die richtige Ausrichtung des Hauses fördert ebenfalls die Energieeffizienz. Während das Haus nach Westen und Norden weitgehend abgeschlossen wird, kann «im Süden und Westen die Sonnenenergie über Fenster und Sonnenkollektoren auf dem Dach hereingeholt werden», sagt Passgang. Die Photovoltaikanlage dient den Bewohnern dann zum Beispiel zur Gewinnung von warmem Wasser. Das klassische Bungalow-Flachdach ist nach seiner Einschätzung der ideale Standplatz für Sonnenkollektoren, weil diese optimal ausgerichtet werden können.

Bei gebrauchten Bungalows sollten Besitzer und Kaufinteressenten den Rechenstift zücken. Die Bauten aus den 60er und 70er Jahren gelten heute als Energiefresser. Heizkosten von etwa 500 Euro im Monat sind nach der Erfahrung von Steven keine Seltenheit. Häufig sei ein sechsstelliger Betrag für die Sanierung notwendig. Auch seien nach 30 bis 40 Jahren die Leitungen modernisierungsbedürftig. Deshalb sollte genau geprüft werden, ob ein Neubau nicht billiger ist.

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