«Tuuli Floorcovering»
Der «Tuuli Floorcovering» des finnischen Herstellers Hellsten Flooring ist Grau - die Trendfarbe am Boden im Jahr 2014. Foto: Deutsche Messe AG

Der «Tuuli Floorcovering» des finnischen Herstellers Hellsten Flooring ist Grau - die Trendfarbe am Boden im Jahr 2014. Foto: Deutsche Messe AG

Kleinteilige Muster müssen nicht Stück für Stück verlegt werden: Der «Origineel Chapel Parket Abbey» von Houtindustrie Schijndel besteht aus einzelnen Holzblöcken, die auf Sperrholzplatten verklebt sind. Foto: Deutsche Messe AG

Der «Old Painter’s Dream» der Timeless Collection von Baltic Wood hat von Hand gearbeitete Wurmlöcher, Spuren von schwarzer Farbe und gehobelte Kanten. Foto: Deutsche Messe AG

Fischgrätenmuster sind am Boden wieder im Trend - hier in einer modernen Interpretation von Parador mit Namen «French Oak Mixed/New Classics». Foto: Deutsche Messe AG

Sieht aus wie ein Teppich, ist aber ein Hartbodenbelag: Der «Canvas Collection» von K. Stamatopoulos wurde aus Vinylfäden gewebt. Foto: Deutsche Messe AG

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Der «Tuuli Floorcovering» des finnischen Herstellers Hellsten Flooring ist Grau - die Trendfarbe am Boden im Jahr 2014. Foto: Deutsche Messe AG

Hannover (dpa/tmn) - Grau ist die Trendfarbe für Fußböden im Jahr 2014. Aber nicht nur dort - auch an den Wänden findet sie sich. Und das passt hervorragend zu einem Trend aus der Einrichtungsbranche: Auf grauem Boden kommen bunte Möbel gut zur Geltung.

Mausgrau wird unscheinbaren Menschen zugeschrieben. Aus grauem Beton bestehen karge, raue und gar nicht gemütliche Umgebungen. Und vor allem im Herbst und Winter, wenn es regnet, windet, nebelig ist oder schneit, wirkt die ganze Welt einfach grau und trist. Und ausgerechnet diese Farbe wird jetzt zum Modeton für Bodenbeläge wie Teppiche, Laminat und Parkett, wie die weltweit führende Teppichmesse Domotex in Hannover (11. bis 14. Januar) zeigt.

Grau kann im Wohn- und Schlafzimmer, Küche und Flur gerade das, was man der Farbe sonst völlig abspricht: für einen warmen Eindruck und Gemütlichkeit sorgen. Sie mildert außerdem eine farbige, grell wirkende Einrichtung ab. Denn zum einen ist ein farbiger Fußboden zu Möbeln in verschiedenen, sehr auffälligen Farben - wie es 2014 in Mode kommen wird - einfach zu viel des Guten. «Das ist zu viel, zu laut», sagt Gabriela Kaiser, Trendexpertin für die Domotex. Zum anderen bewirken diese bunten Möbel auf sehr hellen Böden, dass die Beläge noch heller, strahlender wirken.

Grau hingegen mildert die strahlenden Möbelfarben etwas ab, und leuchtet selbst so wie die weißen Flächen. Deshalb sei Grau auch als Wandfarbe im Trend. «Grau wird viel mehr zu sehen sein und sehr raumgreifend sein», berichtet Kaiser.

Im Trend seien am Boden alle Grautöne - lichtes Hellgrau, Mausgrau und sogar ein fast schwarz wirkendes Grau. Oder es wird kombiniert mit Beige und nennt sich dann, zusammengesetzt aus beiden Begriffen, Greige. Dieses ist besonders bei Belägen wie Parkett oder Laminat im Trend, wie vor kurzem auch der Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller in Bielefeld berichtete.

Daneben sehe man häufig «neue Nicht-Töne» in den Kollektionen der Teppichhersteller, sagt Kaiser. Cremefarben oder Oliv-gräulich etwa - Töne, die auch als Tarnfarben bezeichnet werden. «Sie werden besonders gerne für hochwertige Materialien genommen», sagt Kaiser.

Eine von der Messe einberufene Jury stellte den Katalog «Innovations@DOMOTEX 2014» mit 62 Neuheiten aus den vier Produktkategorien Elastische Bodenbeläge, Teppichböden, Moderne
handgefertigte Teppiche sowie Parkett und Laminatfußböden zusammen. Für Stefan Diez, Industrie- und Produktdesigner, war eine Neuheit besonders interessant: Vinylböden mit textiler Struktur. Die Beläge sind aus Plastikfasern gewebt - «Tuuli Floorcovering» des finnischen Herstellers Hellsten Flooring aus Vinyl, Polyester oder Fiberglas, «Fitnice» von Vertisol Internacional aus Polyester-Filamentgarnen.

«Das Problem elastischer Böden ist: Sie haben eigentlich keine Struktur und wirken daher in der Fläche sehr langweilig», erläutert Diez. Teppiche mit ihren Fasern hingegen brechen das Licht, man sieht Laufspuren. Diesen Eindruck sollen die neuen Beläge auch schaffen können. Die «Canvas Collection» von K. Stamatopoulos spielt sogar mit dem Begriff: «Canvas» ist Englisch für Gewebe.

Weiterhin beliebt bei Bodenbelägen bleiben Gebrauchsspuren: Sie werden also so bearbeitet, dass sie abgenutzt aussehen, teils sogar Kratzer und Risse haben. Der «Old Painter’s Dream» der Timeless Collection von Baltic Wood hat etwa von Hand gearbeitete Wurmlöcher, Spuren von schwarzer Farbe und gehobelte Kanten.

Bislang sahen die Teppiche abgeschabt aus, nur wirkt auch der Rahmen vom Zahn der Zeit angenagt: «Statt quadratisch und praktisch gibt es nun Modelle, die wie angeknabbert aussehen», berichtet Kaiser. «Collection Riot» von Jan Kath Design ist ein Beispiel hierfür. «Statt des klassischen Rechtecks sind vermeintlich organisch gewachsene Formen mit weichen Rundungen und ausgefransten Rändern zu sehen», heißt es in dem Neuheitenkatalog.

Die Suche nach dem - wenn hier auch künstlich darauf getrimmten - Alten geht einher mit einer ebenfalls weiterhin aktuellen Vorliebe der Verbraucher für hochwertige Materialien. «Wenn sie es sich leisten können, wollen die Menschen wieder das echte Material im Haus haben statt nachgemachter Optiken», berichtet Kaiser.

Und diese hochwertigen Bodenbeläge sollen zudem hergestellt oder gelegt werden wie einst. Vor allem handgeknüpfte Teppiche seien gefragt. Und beim Parkett, aber auch Laminat sind traditionelle Fischgrätenmuster wieder im Trend - wie beim «French Oak Mixed/New Classics» von Parador.

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