München (dpa) - Mehr Singles, Individualität, Mobilität: Der gesellschaftliche Wandel beeinflusst massiv das Wohnen. Trendforscher Harry Gatterer: «Die Menschen versuchen mehr denn je, ihren eigenen Lebensstil zu finden und auch auf ihre Wohnung zu übertragen.»

Die Menschen versuchten heute, ihr Heim so individuell wie nur möglich zu gestalten. «Man möchte über seine Wohnung zeigen, dass man sich was traut», sagte Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts Österreich. Die Trends: natürliche, aber dennoch stylische Möbel, Einflüsse aus unterschiedlichsten Kulturkreisen sowie bunte, schräge Stücke. «Die Menschen wollen ihren ganz eigenen Stil entwickeln - aber oft fehlt ihnen das Know-How.» In diese Marktlücke stoßen bald viele Firmen vor, wie Gatterer vermutet.

Der Wunsch nach mehr Individualität stelle die Architekten jedoch vor eine große Herausforderung. Grundrisse müssten künftig so gestaltet werden, dass jedes Zimmer jede Funktion annehmen kann. Die Menschen wollten ihre Wohnungen auch spontan umgestalten, etwa wenn Besuch kommt. «Mobilität bezeichnet nicht nur einen zentral gelegenen Wohnort, sondern eine Grundeinstellung der Beweglichkeit», so Gatterer.

Gleichzeitig müssten die Wohnungen jedoch für alle Altersstufen passen. Gatterer: «Wir brauchen ein 'universal Design', indem sich junge Menschen wohlfühlen, aber auch ältere Menschen bewegen können.» Zudem wünschten sich immer mehr Menschen offene Raumkomplexe, etwa zusammenhängende Küchen und Wohnzimmer. «Wir befinden uns in einer Phase der Auflösung von Wänden, die den Einfluss der Architektinnen zeigt.» Der Trendforscher vermutet, Frauen wollten viel stärker als Männer über Zimmer hinweg kommunizieren.

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