Köln (dpa/tmn) - Die deutsche Durchschnittsküche ist rund 13 Quadratmeter groß, sie hat häufig Gardinen vor den Fenstern und eine Küchenuhr an der Wand. Für viele ist sie außerdem ein wichtiger Lebensraum.

Wer mit einem Partner zusammenlebt, hält sich in der Küche länger auf als ein Single. Diese Ergebnisse gehen aus einer repräsentativen GfK-Umfrage hervor, die der Gerätehersteller Bosch auf der LivingKitchen im Rahmen der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne in Köln (18. bis 23. Januar) vorgestellt hat.

Dass sich immer mehr Menschen länger in ihrer Küche aufhalten, hängt laut Experten wie Frank Hüther von der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche mit einem klaren Trend zusammen: Die Küche öffnet sich immer mehr zum Wohnraum. Mittlerweile lässt sich oft nicht auf den ersten Blick sagen, wo die Küche aufhört und das Wohnzimmer anfängt.

Der Soziologe Prof. Hartmut Häussermann aus Berlin sieht in diesem Trend einen «Prozess der Entformalisierung»: Wenn sich die Familienmitglieder oder Freunde treffen, dann zum Essen in der Küche. Es gebe nicht mehr die klare Regel, dass die Küche nur zum Kochen und das Wohnzimmer nur zum Repräsentieren genutzt wird. Und das hat eine klare Folge, die Bosch-Chefdesigner Robert Sachon so auf den Punkt bringt: «Die Leute wollen ihre Küche herzeigen.»

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