Systemprogramm «rc40» von Burgbad
Das Systemprogramm «rc40» von Burgbad schlägt den Bogen vom Bad zum Wohnen - neben der Wanne ist eine Sitzbank angebracht, auf der Rückseite des Spiegels das Waschbecken. Foto: Burgbad

Das Systemprogramm «rc40» von Burgbad schlägt den Bogen vom Bad zum Wohnen - neben der Wanne ist eine Sitzbank angebracht, auf der Rückseite des Spiegels das Waschbecken. Foto: Burgbad

Wohnraum mit Wasser: Der Rand der Badewanne Asymmetric Duo von Kaldewei ist an einer Seite breit genug, um als Sitzgelegenheit oder Ablagefläche zu dienen. Foto: Kaldewei

Das Bad als privates Spa - so sieht es Grohe mit seinem Programm «Atrio 7». Foto: Grohe

Praktisches Nebeneinander: Die Serie «Starck Organic» von Axor bietet diese Möglichkeit für die Dusche. Foto: Axor

dpa, Bild 1 von 4

Das Systemprogramm «rc40» von Burgbad schlägt den Bogen vom Bad zum Wohnen - neben der Wanne ist eine Sitzbank angebracht, auf der Rückseite des Spiegels das Waschbecken. Foto: Burgbad

Köln (dpa/tmn) - In den meisten Wohnungen ist das Bad noch immer ein reiner Funktionsraum. Doch es könnte viel mehr sein: Erholungs- und Entspannungsort, an dem man gerne Zeit verbringt. Designer, Armaturen- und Badmöbelhersteller zeigen, wie es geht.

Das Bad wandelt sich immer mehr zum Lebensraum - zumindest in den Augen von Designern, Armaturen- und Badmöbelherstellern. Für sie ist es längst nicht mehr nur ein schlichter Funktionsraum, sondern zunehmend Wohlfühloase, wie sie auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne (14. bis 20. Januar) in Köln zeigen.

«Es ist eine Art Wohnzimmer mit Wasser», sagt beispielsweise Nicole Roesler, Leiterin Marketing und Produktmanagement beim Bade- und Duschwannenproduzenten Kaldewei. Entsprechend schön sollte es gestaltet sein, schließlich verbringe jeder Mensch durchschnittlich vier Jahre seines Lebens im Bad. Roesler ist der Ansicht, dass die Gestaltung des Bades in Zukunft so wichtig sein wird, wie sie es bei der Küche längst ist.

Matthias Götz vom Premiumhersteller Burgbad schätzt das ähnlich ein. Menschen, die sich eine teure Küche leisten, machten mit der Planung ihres Hauses oder Appartements nicht vor der Badezimmertür Halt. «Das Bad hat als Wohnraum einen hohen Stellenwert», sagt er. Und das wirkt sich auf die Badmöbel aus: Burgbad zeigt auf der IMM einen Schrank mit Mattlack- und Holzoberflächen, der die Anmutung eines Wohnzimmermöbels hat. Einziger Unterschied: Der Badschrank steht auf einem kleinen Sockel mit Kunststoffprofilleiste, damit er vor Feuchtigkeit am Boden geschützt ist.

Für das großzügige Wohnen im durchgeplanten und durchgestylten Loft ist ein «Wannenmöbel» gedacht. An einer Seite ist der Waschtisch, an der anderen Seite eine Badewanne mit Sitzbank daneben, die zugleich Stauraum bietet.

Solche extravaganten Stücke dürften sich allerdings nur wenige Menschen leisten können. Doch das müssen sie auch gar nicht unbedingt, meint Paul Flowers, Chefdesigner des Armaturenherstellers Grohe aus Düsseldorf. Er möchte mit seinen auf der IMM gezeigten Ideen Menschen vielmehr dazu anregen, darüber nachzudenken, wie sie den Raum im Bad nutzen könnten. Sie sollten sich fragen: «Was brauche ich für meine besonderen Bedürfnisse?»

Flowers teilt das ideale Bad in Zonen ein: eine Vorbereitungs- und Reinigungszone am Waschbecken, eine Erfrischungszone mit ebenerdig zugänglicher Dusche, sowie eine Entspannungszone mit frei stehender Badewanne. Natürliche Materialen wie Holz, ein weicher Teppich und eine bequeme Sitzgelegenheit runden schließlich den vierten Bereich, die Erholungszone, ab.

Wem das zu aufwendig und im eigenen Mini-Bad nicht machbar erscheint, den beruhigt Flowers: Schon mit einfachen Mitteln sind spürbare Veränderungen möglich. Ein etwas erhöht angebrachtes Waschbecken und ein hängender Unterschrank ohne Bodenkontakt ließen ein kleines Bad automatisch größer aussehen.

Dennoch: Viele Deutschen geben sich offenbar bislang wenig Mühe mit ihrem Bad. «Die Nasszelle ist noch immer weit verbreitet», beklagt Philippe Grohe vom Armaturenhersteller Axor/Hansgrohe aus Schiltach im Schwarzwald. «Mehr als 80 Prozent der Menschen bekommen heute noch ein Bad von gestern, wenn sie sich ein neues planen lassen», sagt Philippe Grohe.

Er vermutet dahinter Gewohnheit und Bequemlichkeit. So würden zum Beispiel in den meisten Duschen noch immer Temperatursteuerung beziehungsweise Wasserhahn und Duschkopf übereinander angebracht, obwohl das unpraktisch ist. In seinen Augen wäre es ein Leichtes, diese Komponenten waagerecht nebeneinander anzuordnen.

Oder das Beispiel Lichtinszenierung: Im Wohnzimmer etwa sind Dimmer gang und gäbe, doch laut Philippe Grohe verfügen keine 20 Prozent der Bäder über diese Technik. Doch warum nutzen nur so wenige diese kostengünstige Möglichkeit, um auch im Bad im Handumdrehen eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen? Oft sei eben auch das ein Zeichen von Bequemlichkeit, dass Menschen sich mit suboptimalen Lösungen zufriedengeben, meint Grohe.

Wer nicht warten will, bis der Elektriker Zeit hat, um den Dimmer in die Badbeleuchtung einzubauen, kann es fürs Erste mit Kerzen versuchen - die sind sogar noch günstiger und gar nicht so neu, wie manche Einrichtungsspezialisten gern suggerieren.

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