Raumdüfte steigern das Wohlbefinden
Blumige Raumdüfte sind etwas für das Wohnzimmer - sie können das Wohlbefinden steigern. Foto: Andrea Warnecke

Blumige Raumdüfte sind etwas für das Wohnzimmer - sie können das Wohlbefinden steigern. Foto: Andrea Warnecke

dpa

Blumige Raumdüfte sind etwas für das Wohnzimmer - sie können das Wohlbefinden steigern. Foto: Andrea Warnecke

Oldenburg (dpa/tmn) – Nicht nur Wanddesign und Möbelauswahl tragen dazu bei, dass wir uns in einem Raum wohlfühlen. Auch mit Düften lassen sich Akzente setzen und Stimmungen erzeugen. Experten erläutern, worauf Verbraucher dabei achten sollten.

Orangen-Potpourri und Schälchen mit Duftöl waren gestern. Heute sind in Einrichtungsgeschäften, Möbelhäusern und Drogeriemärkten Fläschchen, aus denen Rattanstäbchen herausragen, allgegenwärtig. Sie versprechen wohligen Duft für Bad oder Wohnzimmer – über Monate. Doch Allergologen warnen davor, die Luft zu Hause dauerhaft mit Duftstoffen anzureichern.

Die Einrichtungsexpertin Katharina Semling aus Oldenburg führt den Boom der neuen Fläschchen auf den allgemeinen Wellnesstrend zurück. «Ich glaube, dass es den Menschen wieder zu Bewusstsein gekommen ist, dass es den Sinn des Riechens gibt», sagt sie. «Wir begegnen der Natur in unserer Umgebung immer weniger häufig und holen uns Anregungen für die Sinne auf anderen Wegen zurück ins Haus.»

Auch Thomas Grothkopp, Geschäftsführer des Bundesverbands für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur (GPK), ist aufgefallen, dass «in Möbelhäusern zunehmend solche Düfte angeboten werden». Duftschalen oder –kerzen gebe es zwar schon sehr lange. Er liest am Boom der Fläschchen aber ab, dass es eine Nachfrage nach neu gestalteten Duftaccessoires für den Wohnraum gibt: «Gegenüber den Schälchen hat das ja doch einen ganz neuen Wert im Design.»

Die Palette der angebotenen Nuancen ist groß. Die Marke ipuro aus Niedernberg in Bayern zum Beispiel bringt in jeder Jahreszeit neue Düfte auf den Markt. In diesem Frühling sind es etwa «Spring Blossom» (Frühlingsblume) oder «Blue Ocean» (Blauer Ozean), wie das Unternehmen Gries Deco Company auf seiner Marken-Homepage erläutert. Der Anbieter von Wohnaccessoires SIA Home Fashion hat Düfte im Programm, die wie aus einer Parfümflasche gesprüht werden. Und unter dem Namen «Frosch Oase» bietet der Hersteller Erdal-Rex aus Mainz Duftfläschchen mit Holzstäbchen, die sich in zahlreichen Drogeriemärkten finden.

Mit Düften lassen sich zusätzlich zu Wanddesign und Möbelauswahl im Haus oder in der Wohnung eigene Akzente setzen und Stimmungen erzeugen. Klassisch empfiehlt Semling schwere und blumige Düfte für das Wohnzimmer – hier will man sich wohlfühlen. Für Bad und Küche rät sie zu frischen Aromen, denn dort sollen Gerüche überlagert und der Eindruck von Sauberkeit unterstrichen werden. Für das Schlafzimmer sollte es etwas Leichtes sein.

Waltraud Reischer und Miriam Dornemann empfehlen in ihrem Buch «Wohlfühlen mit Raumdüften» zum Abschalten und Entspannen Lavendelaromen, sanfte Vanille oder fruchtige Noten von Mandarine, Orange, Grapefruit, Bergamotte oder Ylang Ylang.

Frische bringen den Autorinnen zufolge belebende Mischungen mit Zitrone, Limette oder Kräutern wie Rosmarin und Basilikum – sie vitalisieren und wecken neue Energie, heißt es. Blüten, Zimt, Vanille und Kardamom strahlten dagegen Sinnlichkeit aus. Semling rät aber, eher sparsam mit den Produkten umzugehen - auch, weil das Gehirn einen dauerhaften Duft mit der Zeit ausblende: «Irgendwann riecht es nur noch der Besuch.»

Hautärzte und Allergologen warnen sogar davor, den privaten Wohnraum dauerhaft zu beduften. Wenn es nach ihnen ginge, würden die Duftstoffe auch aus der Gastronomie und aus Kaufhäusern verschwinden. Denn je mehr die Menschen Duftstoffen in der Luft ausgesetzt sind, desto höher sei die Gefahr von Allergien.

«Düfte stehen bedauerlicherweise seit Jahren auf Platz zwei der Hitliste der Verursacher von Kontaktallergien», sagt Prof. Thomas Fuchs, Leiter der Abteilung Allergologie der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen. Über die Haut im Gesicht und an den Armen oder über die Schleimhäute würden die Duftstoffbestandteile aufgenommen. Das könne bei Allergikern zu Beschwerden führen. Er hält es für wenig ratsam, in der eigenen Wohnung die Luft dauerhaft zu beduften.

Literatur:

Waltraud Reischer, Miriam Dornemann: Wohlfühlen mit Raumdüften. Duftmischungen selbst herstellen, Frech, 79 S., 14,99 Euro, ISBN-13: 978-3-7724-5902-3

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