Kopfweh, Schwindel, wache Nächte - wenn aus schneidendem Frost binnen kürzester Zeit mildes Frühlingwetter wird, bleibt das oft nicht ohne Folgen. Foto: Daniel Modjesch
Kopfweh, Schwindel, wache Nächte - wenn aus schneidendem Frost binnen kürzester Zeit mildes Frühlingwetter wird, bleibt das oft nicht ohne Folgen. Foto: Daniel Modjesch

Kopfweh, Schwindel, wache Nächte - wenn aus schneidendem Frost binnen kürzester Zeit mildes Frühlingwetter wird, bleibt das oft nicht ohne Folgen. Foto: Daniel Modjesch

dpa

Kopfweh, Schwindel, wache Nächte - wenn aus schneidendem Frost binnen kürzester Zeit mildes Frühlingwetter wird, bleibt das oft nicht ohne Folgen. Foto: Daniel Modjesch

Offenbach (dpa/tmn) - Erst werden stellenweise 20 Grad minus gemessen, jetzt sollen es bis zu 16 Grad plus werden. So ein Wetterumschwung ist für den Körper wie Achterbahn fahren. Was hilft, um damit klarzukommen?

Erst Dauerfrost, dann frühlingshafte Temperaturen: Der derzeitige Wetterumschwung macht einigen zu schaffen. «Der Köper hat sich auf die Kälte eingestellt», sagt die Medizinmeteorologin Christina Koppe vom Deutschen Wetterdienst (DWD). An die wärmere Witterung müsse er sich nun erst gewöhnen. Bei höheren Temperaturen weiteten sich die Gefäße wieder schneller. Das heißt, der Körper müsse den Blutdruck anpassen. «Vor allem werden Personen mit eher niedrigem Blutdruck jetzt Probleme bekommen.» Betroffene müssten mit Schwindel oder Schlafstörungen rechnen.

Beschwerden dürften auch Menschen haben, die unter Migräne oder häufigen Kopfschmerzen leiden. Betroffene sollten sich darauf einstellen. «Man kann generell die Tage etwas langsamer angehen lassen», rät Koppe. Wer generell starke Probleme mit Wetterumschwüngen hat, könne seinen Körper trainieren. «Das kann man tun, indem man Wechselduschen macht oder Saunagänge.» Auch regelmäßige Spaziergänge helfen, den Körper gegen Wetterumschwünge zu wappnen.

Wichtig sei in diesem Zusammenhang allerdings die Unterscheidung zwischen Wetterfühligkeit und Wetterempfindlichkeit, betont Eva Wanka. Die Meteorologin forscht über die medizinischen Auswirkungen des Wetters. Wer auf Temperaturschwankungen eher subjektiv und unspezifisch reagiert, sei wetterfühlig. Für diese Gruppe seien Wechselduschen und Saunagänge genau richtig. «Denn der normale Mensch hält sich sehr viel in Innenräumen auf», sagt Wanka. Mit bewusst herbeigeführten Temperaturwechseln trainiere er die Fähigkeit seines Körpers, sich schneller an neue Wetterlagen anzupassen.

Wetterempfindlich sind dagegen Menschen, die bereits Vorerkrankungen haben und auf das Wetter reagieren. Dazu zählten zum Beispiel Herz- oder Lungenerkrankungen sowie sehr schwacher oder ungewöhnlich hoher Blutdruck. Betroffene dürften die Anpassungsfähigkeit ihres Körper aber nicht einfach selbst trainieren, warnt Wanka. Sie müssten vorher ihren Arzt fragen.

Schlechte Nachrichten sind die steigenden Temperaturen Koppe zufolge auch für Allergiker: Denn das milde Wetter begünstigt den Pollenflug von Hasel und Erle. Wer auf diese Frühblüher allergisch reagiert, muss in den kommenden Tagen mit verstärkten Beschwerden rechnen.

Es hat allerdings auch gute Seiten für die Gesundheit, wenn Deutschland zumindest vorübergehend ein wenig auftaut. Wenn es sehr kalt ist, drohten die Atemwege zu trocken zu werden. «Die sind dadurch schlechter durchblutet, und man wird anfälliger für Infektionskrankheiten», warnt Koppe. Wenn es wieder wärmer wird, sei dieses Risiko nicht mehr so groß. «Und der Organismus kann mit den Erkältungsviren wieder besser zurechtkommen.»

Nach zwei Wochen Dauerfrost werden in dieser Woche frühlingshafte Temperaturen erwartet. Frühling wird es aber noch nicht: Schon Ende der Woche sinken die Temperaturen wieder in den Keller.

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