Bei einem Kunstfehler sollte der Patient sich einen Rechtsbeistand suchen. Für kleinere Beschwerden gibt es unterschiedliche Beratungsstellen.

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dpa

Düsseldorf. Wer dieser Tage die Nummer der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) wählt, hört nur eine Ansage vom Band. Auf der Website wird darauf hingewiesen, dass die UPD derzeit neu organisiert wird, und daher im Moment keine Beratung möglich ist. Aus diesem Grund sind auch alle regionalen Beratungsstellen geschlossen – zumindest vorübergehend.

Für Patienten, die zum Beispiel wegen eines Behandlungsfehlers oder eines Streits mit ihrer Krankenkasse Rat suchen, müssen derzeit auf andere Beratungsstellen zurückgreifen – bis Mitte dieses Monats ein neuer Träger beauftragt wird und das ehemalige Modellprojekt zur Regel wird (siehe Kasten).

Verbraucherzentrale: Die Beratung ist kostenpflichtig

Welche Möglichkeiten haben Patienten derzeit stattdessen? „Sie können sich zum Beispiel an die Bürgerhotline des Bundesgesundheitsministeriums wenden“, sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Auch der Patientenbeauftragte der Bundesregierung sei ein Ansprechpartner. In der Regel kostenpflichtig ist eine Beratung in einer der regionalen Verbraucherzentralen. Außerdem können sich Patienten mit Beschwerden an ihre Krankenkasse oder die zuständige Ärztekammer wenden. „Die mag qualitativ gut sein, erfüllt allerdings nicht unseren Anspruch an Unabhängigkeit“, schränkt Etgeton ein.

Eine weitere Adresse ist der sogenannte Patientenfürsprecher, den viele Krankenhäuser etabliert haben. Ob dieser für Abhilfe sorgen könne, hänge vom Gegenstand der Beschwerde ab. „Bei vielen kleineren Beschwerden können sie sicher helfen“, sagt Etgeton. Bei einem Behandlungsfehler sei aber eine Rechtsberatung erforderlich, die ein solcher Fürsprecher nicht leisten könne. Er sollte aber trotzdem über Vorfälle in seinem Krankenhaus informiert werden. Gibt es eine solche Stelle nicht, empfiehlt der Experte, sich an die Verwaltungsspitze der Klinik zu wenden. In solchen Fällen sei es aber auch Aufgabe der Krankenkasse, ihre Versicherten zu unterstützen.

Die Ärztekammer prüft das Vorgehen des Mediziners

Da ein Arzt-Patient-Verhältnis auf beiderseitigem Vertrauen beruht, kann eine übereilte Beschwerde dieses leicht unwiederbringlich zerstören. „Zu allererst sollte man bei Problemen im Behandlungsablauf versuchen, das Thema mit dem behandelnden Arzt selbst zu klären“, rät daher Günther Jonitz, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer. Nützt das nicht, empfehle sich ein Arztwechsel. Das sei „oft die beste Möglichkeit, sowohl eine medizinische Klärung des bisherigen Verlaufes als auch die weitere Behandlung zu gewährleisten“. Erst wenn das nicht weiterhilft, sei die Ärztekammer die richtige Adresse. „Die Ärztekammern prüfen, ob sich der Arzt seinen Pflichten gemäß verhalten hat“, so der Experte.

Laut Gesetz ist die Unabhängige Patientenberatung (UPD) ab sofort kein Modellprojekt mehr, sondern gehört zur Regelfinanzierung der Gesetzlichen Krankenkassen. Sie wird wie vorher auch mit 5,2 Millionen Euro im Jahr finanziert – allerdings mit dem Unterschied, dass nun aus dieser Summe auch die wissenschaftliche Begleitforschung bezahlt wird. Neben der Gesetzlichen Krankenversicherung wird sich auch die Private beteiligen: Sie will 364 000 Euro zuschießen.

Ins Leben gerufen wurde die UPD vom Sozialverband VdK Deutschland, dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und dem Verbund unabhängige Patientenberatung VuP. Damit Patienten in der Zwischenzeit nicht ganz vor verschlossenen Türen stehen, versuchen die Träger zumindest teilweise die Beratung aufrecht zu erhalten.

Die UPD will helfen, dass die Patienten ihre Rechte möglichst selbstständig gegenüber den sogenannten Leistungserbringern im Gesundheitswesen – also Ärzte, Kliniken, Kassen – wahrnehmen können. Jeder besprochene Fall – mehr als 250 000 waren es in den vergangenen vier Jahren – soll systematisch ausgewertet werden, um zu ermitteln, was im System schief läuft.

Schwerpunkt werde in Zukunft die Telefon- und Onlineberatung sein. Aber es solle auch weiterhin möglich sein, sich persönlich vor Ort Rat zu holen, sagt der Sprecher. Auf jeden Fall erhalten bleiben soll der Name Unabhängige Patientenberatung Deutschland, die Internetadresse und die Nummer der kostenfreien bundesweiten Hotline 0800/011 77 22

Auf Fehlverhalten im Gesundheitswesen kann auch schriftlich oder telefonisch hingewiesen werden: GKV-Spitzenverband, Stelle zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen, Mittelstraße 51, 10117 Berlin, Tel. 030/20 62 88 31 99 (Hotline), Fax: 030/206 28 88 31 99, E-Mail: fehlverhalten@gkv-spitzenverband.de

Dies betreffe „die Einhaltung der Regeln der ärztlichen Kunst“. Dazu würden meist Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen einbezogen.

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