70-Jähriger auf dem Everest
Fit genug für den höchsten Berg der Welt: Der Japaner Takao Arayama bezwang 2005 im Alter von 70 Jahren den Mount Everest. Foto: Kenji Kondo/Archiv

Fit genug für den höchsten Berg der Welt: Der Japaner Takao Arayama bezwang 2005 im Alter von 70 Jahren den Mount Everest. Foto: Kenji Kondo/Archiv

dpa

Fit genug für den höchsten Berg der Welt: Der Japaner Takao Arayama bezwang 2005 im Alter von 70 Jahren den Mount Everest. Foto: Kenji Kondo/Archiv

Genf (dpa) - Weltweit haben heute viel mehr Kinder die Aussicht auf ein langes Leben als früher. Ein 2012 geborenes Kind wird nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Durchschnitt sechs Jahre älter als ein Mensch, der 1990 zur Welt kam.

Dies sei maßgeblich durch Erfolge im Kampf gegen Kindersterblichkeit und gegen eine Reihe von Krankheiten erreicht worden, teilte die WHO am Donnerstag in Genf bei der Vorlage ihrer Weltgesundheitsstatistik 2014 mit.

Nach wie vor werden Frauen älter als Männer - im internationalen Durchschnitt um 4,6 Jahre, wie aus dem Datenwerk hervorgeht. Bei den Frauen steht Japan mit durchschnittlich 87 Jahren an der Spitze, bei den Männern ist es Island mit 81 Jahren. Die Statistik bezieht sich auf Vorhersagen für den Geburtsjahrgang 2012.

Deutschland gehört im Weltvergleich mit 83 Jahren bei den Frauen und 78 Jahren bei den Männern nicht zur Gruppe der Top Ten. Die Menschen in der Bundesrepublik leben im Durchschnitt aber immerhin um fünf Jahre länger als noch 1990, nämlich 81 statt 76 Jahre. Genauso hoch ist die Lebenserwartung in Irland, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Großbritannien, Finnland und Griechenland.

Am ältesten werden mit im Schnitt 84 Jahren die Japaner. Auf durchschnittlich 83 Jahre kommen laut WHO die Menschen in Andorra, Australien, Italien, Israel, San Marino, der Schweiz und Singapur. Es folgen Frankreich, Island, Kanada, Luxemburg, Monaco, Neuseeland, Norwegen, Spanien und Schweden mit jeweils 82 Lebensjahren.

Schlusslichter sind die afrikanischen Staaten Sierra Leone (46), Lesotho (50), Zentralafrikanische Republik (51), Chad (51), Angola (51), Demokratische Republik Kongo (52), Elfenbeinküste (53), Somalia (53), Nigeria (54), Swasiland (54) und Guinea-Bissau (54).

Die weitaus größten Fortschritte wurden zwischen 1990 und 2012 in den armen Regionen der Welt erreicht: Um neun Jahre stieg laut WHO die Lebenserwartung in Entwicklungsländern. «Ein wichtiger Grund ist, dass heute viel weniger Kinder sterben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichen», sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

Auch große Erfolge bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Tuberkulose oder Krebs, aber auch Verbesserungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage trugen zum weltweiten Trend des Älterwerdens bei.

In Äthiopien zum Beispiel stieg die prognostizierte Lebenserwartung um 19 auf 64 Jahre, in Kambodscha um 18 auf 72 Jahre. «Jedoch gibt es immer noch eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich», sagte die WHO-Chefin. «Menschen in Ländern mit hohen Einkommen haben eine viel bessere Chance, lange zu leben, als jene in Ländern mit geringen Einkommen.»

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