Forscher haben herausgefunden, dass die Bewegung zur Musik gegen Schmerzen und Verspannungen hilft.

wza_400x278_727972.jpg
Bei professionellen Tänzern ist das Verletzungsrisiko genauso hoch wie bei Eishockey- oder Fußballspielern.

Bei professionellen Tänzern ist das Verletzungsrisiko genauso hoch wie bei Eishockey- oder Fußballspielern.

dpa

Bei professionellen Tänzern ist das Verletzungsrisiko genauso hoch wie bei Eishockey- oder Fußballspielern.

Düsseldorf. Höhlenzeichnungen aus der Vorgeschichte belegen: Tanzen gehört zu den ältesten kulturellen Ausdrucksformen überhaupt. Wenn der Mensch sich also heute zur Musik bewegt, führt ihn das quasi zu seinen Wurzeln zurück. Und das tut ihm offenbar auch gesundheitlich gut.

"Wenn die Tänzer in Musik und Rhythmus erst mal richtig drin sind, dann erleben sie häufig einen Flow, einen Fluss der Bewegungsabläufe und Gefühle", erklärt Psychologe Gunter Kreutz vom Royal Northern College of Music in Manchester. "Das ist ein Zustand, in dem man sich weder langweilt noch gestresst fühlt."

Die Tänzer erleben den heilenden Zustand der Trance

Man kennt ähnliche Erlebnisse vom Joggen oder Wandern, bei denen sich ja durch die Rhythmik der Bewegungen auch ein Zustand der Trance einstellt. Eine Trance, die zu tiefer Entspannung und nachhaltiger Heilung führen kann.

In einer Studie der Laval University im kanadischen Quebec verbesserte ein zwölfwöchiges Tanztraining nicht nur die Leistungen von Herz und Kreislauf, die tanzenden Testpersonen zeigten auch erheblich bessere Psycho-Werte als die Vergleichsgruppe der Nichttänzer: "Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Angstzustände und Verspannungen kamen bei ihnen deutlich seltener vor", so das Resümee der Studie.

Das Belohnungsareal im Gehirn wird aktiviert

Den kanadischen Forschern gelang es sogar, mit Hilfe von Tanzübungen die Schmerzen von Rheumakranken zu verringern. Als besonders ermutigend empfand man dabei die hohe Kooperationsbereitschaft der Patienten, die bei neun von zehn Trainingseinheiten mitmachten - solche Teilnehmerquoten werden nur selten erzielt.

Psychologin Cynthia Murcia ermittelte in ihrer Doktorarbeit für die Frankfurter Goethe-Uni, dass Tango-Tanzen die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol verringert und für mehr Testosteron sorgt.

Der Mensch wird gleichzeitig entspannt und sexuell erregt

Der Mensch wird also gleichzeitig entspannt und sexuell erregt, was schon seit evolutionären Urzeiten positiv für die Gesundheit ist. Wobei das Stresshormon eher durch die Musik gehemmt, das Geschlechtshormon hingegen vor allem durch die Bewegung und den Kontakt zum Partner angeregt wird.

In neuropsychologischen Experimenten konnte gezeigt werden, dass beim Tanzen die Belohnungsareale im Gehirn aktiviert werden. Zudem kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Dopamin, das in der Kommunikation der Hirnzellen eine Schlüsselrolle spielt. Das bleibt natürlich auch psychisch nicht ohne Folgen.

Forscher haben Tangotänzer nach ihren Empfindungen befragt, und die sprechen oft davon, dass Tanzen bei ihnen intensive Emotionen auslöst, ihnen das Gefühl von Zentrierung und Lebendigkeit gibt. "Beim Tanzen etwas Inneres zu entdecken - das ist der wichtigste Grund, warum die Befragten tanzen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer