Seit Anfang des Sommers gilt eine neue EU-weite Norm: Die Cremes schützen mehr vor UV-A-Strahlen.

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Vor allem Kinder müssen mit Sonnenmilch eingecremt werden, denn ihre Haut ist besonders empfindlich.

Vor allem Kinder müssen mit Sonnenmilch eingecremt werden, denn ihre Haut ist besonders empfindlich.

dpa

Vor allem Kinder müssen mit Sonnenmilch eingecremt werden, denn ihre Haut ist besonders empfindlich.

Düsseldorf. Sommer, Sonne, Strand: Auf den wohlverdienten Urlaub freuen sich Reisende das gesamte Jahr über. Damit die Urlaubssonne der Haut nicht schadet, braucht jeder den richtigen Sonnenschutz. Doch bei der vielfältigen Auswahl blicken die meisten Verbraucher nicht mehr durch. Zumal die Hersteller häufig unverständliche Angaben zu Inhaltsstoffen und Lichtschutz machen.

Fest steht, dass sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen für die Haut gefährlich sind. Während erstere vor allem für die schnelle Bräunung und für die Hautalterung verantwortlich sind, lösen UV-B-Strahlen vor allem Sonnenbrände aus, die später zu Hautkrebs führen können. Bis vor kurzem hat man dem UV-A-Schutz wenig Bedeutung zugeschrieben. Auf vielen Sonnenschutzprodukten war nur der Lichtschutzfaktor (LSF) angegeben, der sich auf die Schutzwirkung von UV-B-Strahlen bezieht.

UV-A-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und schädigen sie

Seit diesem Jahr ist das anders: Der Dachverband der Europäischen Kosmetikindustrie (Colipa) hat den EU-weiten Standard "Colipa Ratio" eingeführt, nach dem UV-A- und UV-B-Schutz in einem Verhältnis von eins zu drei stehen müssen. Dies ist nach europäischer Norm mit einem Ring um UV-A auf dem Lichtschutzpräparat gekennzeichnet.

Verbraucher können also davon ausgehen, dass ein höherer LSF auch einen höheren UV-A-Schutz bietet. Diese neue Regelung müssen seit diesem Sommer alle Hersteller europaweit erfüllen. "Heute wissen wir, dass der UV-A-Anteil der weitaus gefährlichere ist. Deshalb muss eine Creme auch einen hohen UV-A-Schutz bieten", sagt die Düsseldorfer Hautärztin Gisela Hubbes.

Doch warum ist der Schutz gegen UV-A-Strahlen so wichtig? "Sie sind langwelliger als UV-B-Strahlen und dringen dadurch tiefer in die Haut ein. Heute weiß man, dass das UV-A-Licht für die Schädigung und Alterung der Haut hauptverantwortlich ist", erklärt Hubbes. Die UV-B-Strahlen sind dagegen kurzwelliger und energiereicher.

Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie lange man sich - in Abhängigkeit vom Hauttyp - mit einem Sonnenschutz-Produkt der UV-Strahlung aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.

"Bei der Berechnung des LSF ist wichtig zu wissen, wie lange die Haut sich aus eigener Kraft schützen kann. Und das in Abhängigkeit von der Intensität der Strahlung und der Dauer des geplanten Sonnenbades", sagt Hautärztin Gisela Hubbes. Die Intensität der Sonnenstrahlung wird mit dem sogenannten UV-Index angegeben. Der Lichtschutzfaktor verlängert die Zeit, bis eine Rötung auf der Haut eintritt um den Faktor X. Wer also ohne Schutz nach zehn Minuten in der Sonne rote Haut bekommt, ist mit Lichtschutzfaktor 20 für bis zu 200 Minuten geschützt (10 Minuten x Faktor 20 = 200 Minuten). Allerdings ist die Zahl ein Durchschnittswert. Deshalb empfehlen Hautärzte, nach zwei Dritteln der erlaubten Sonnenzeit in den Schatten zu wechseln.

Sie können die Zellen der Oberhaut in hohem Maße schädigen, indem sie einzelne Bausteine verkleben. Bis zu einem gewissen Grad repariert der Körper diesen Schaden. Bei zu intensiver UV-B-Strahlung funktioniert dieser Mechanismus jedoch nicht mehr. Die Folgen können dauerhafte Hautschäden bis hin zum Hautkrebs sein - und das lange bevor sich die Haut in der Sonne rötet.

Eine weitere Neuerung ist auch, dass die Lichtschutzfaktoren in die Kategorien basis (LSF 10), mittel (LSF 15 bis 25), hoch (LSF 30, 50) und sehr hoch (LSF 50+) eingeteilt werden müssen. Dadurch sollen Verbraucher eine bessere Orientierung erhalten. Denn was viele gar nicht wissen ist, dass sich der Schutz im oberen Faktorbereich nur minimal erhöht.

Während bereits bei LSF 15 insgesamt 93 Prozent der Strahlen absorbiert werden, sind es bei LSF 30 97 Prozent, bei LSF 50+ nur noch ein Prozent mehr. Dagegen steigt mit dem LSF die Zugabe von Filtersubstanzen, die die Haut reizen können.

Dass ein guter Schutz nicht teuer sein muss, hat jetzt die Stiftung Warentest herausgefunden. Von 21 Produkten mit LSF 30 landeten die Billig-Marken ganz vorne. Testsieger bei den Sonnencremes ist mit der Note 1,7 "Ombra Sun care" von Aldi. Einhundert Milliliter kosten umgerechnet 2,67 Euro. Diese Creme stimmt nicht nur im Preis, sondern hält sich auch an die Vorgaben. Die beste Sonnenmilch kostet mit 2,50 Euro für einhundert Milliliter noch weniger.

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