München (dpa/tmn) - In der Schwangerschaft werden Nahrungsergänzungspräparate häufig falsch dosiert. Teilweise werden sie zu spät oder in zu hoher Dosis eingenommen. Das hat eine Studie der Technischen Universität in München (TUM) ergeben.

Dazu wurden 522 Frauen in den ersten drei Tagen nach der Entbindung befragt. Dabei zeigte sich, dass 97 Prozent der Befragten in der Schwangerschaft mindestens ein Ergänzungspräparat eingenommen hatte, zwei Drittel sogar schon vorher.

Die Mengen variierten dabei jedoch sehr stark. Die Einnahme von Folsäure schwankte zwischen 0,2 und 5 Milligramm pro Tag. Empfohlen werden 0,4 Milligramm pro Tag, die nach Möglichkeit schon vier Wochen vor einer Schwangerschaft genommen werden sollten. Dies hielt aber nur ein Drittel der Frauen ein. Folsäure gilt als Nährstoff, der Neuralrohrdefekte - Fehlbildungen des zentralen Nervensystems - beim Ungeborenen verhindern kann.

Zu hoch dosiert wurden auch Eisenpräparate. Hier schwankte die geschluckte Menge zwischen 4 und 600 Milligramm am Tag. Diese hohen Dosen könnten dem Ungeborenen sogar schaden, warnten die Münchener Forscher. Die Studie ergab auch, dass drei Viertel der befragten Frauen zusätzlich Magnesium einnahmen. Ein Nutzen sei aber wissenschaftlich nicht belegt.

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