Wenn ein Freitag auf den 13. fällt, assoziiert der Aberglaube damit einen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen. (Foto: Angelika Warmuth)
Wenn ein Freitag auf den 13. fällt, assoziiert der Aberglaube damit einen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen. (Foto: Angelika Warmuth)

Wenn ein Freitag auf den 13. fällt, assoziiert der Aberglaube damit einen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen. (Foto: Angelika Warmuth)

dpa

Wenn ein Freitag auf den 13. fällt, assoziiert der Aberglaube damit einen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen. (Foto: Angelika Warmuth)

Berlin (dpa) - Freitag, der 13., gilt einigen Menschen als Unglückstag. Sie haben tatsächlich Angst. Der Psychologe Peter Beckwermert hält das für übertrieben. Doch was passiert einem, der mit etwas Negativem rechnet?

Vor Freitag, dem 13., fürchten sich einige Menschen. Sie sehen ihn als Unglückstag an. Ein Ursprung für die Furcht liegt wahrscheinlich in der christlichen Religion. Bereits in der Bibel ist der Tag negativ besetzt. So sollen Adam und Eva am Freitag in den verbotenen Apfel gebissen und so die Sünde in die Welt gebracht haben. Jesus wurde am Karfreitag gekreuzigt. Auch die Zahl 13 kommt schlecht weg: Beim letzten Abendmahl saßen 13 Menschen um den Tisch - der 13. war der Verräter Judas.

Dass Menschen Angst vor der Kombination aus Tag und Zahl haben, ist allerdings ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. Erst in den 1950er Jahren soll die negative Kombination aufgetaucht sein. Der Wirbel um den «Unglückstag» ist nach Einschätzung des Diplom-Psychologen Peter Beckwermert aus Monheim in Nordrhein-Westfalen eher ein kulturelles Unterhaltungsphänomen:

Ist Freitag, der 13., ein Unglückstag?

Beckwermert: «Nein. Man hat das statistisch untersucht. An diesem Tag passieren nicht mehr Unfälle, Unglücke, Naturkatastrophen, persönliche Missgeschicke als an allen anderen Tagen des Jahres.»

Gibt es tatsächlich Menschen, die Angst vor dem Tag haben?

Beckwermert: «Es gibt Menschen, die ein gewisses Unbehagen haben, wenn sie daran denken, dass Freitag, der 13., ansteht. Aber von Angst kann man da nicht reden.»

Es soll aber sogar eine Art Krankheit geben, die «Paraskavedekatriaphobie».

Beckwermert: «Einer der berühmtesten Komponisten, Arnold Schönberg, hatte zum Beispiel Angst vor der Zahl 13. Er ist interessanterweise dann auch an einem Freitag, dem 13. gestorben. Aber das ist so selten. Der Glaube, dass an einem Freitag, dem 13. etwas Unglückliches passieren wird, gehört zur Kultur des Aberglaubens.»

Wie äußert es sich, wenn Menschen diesbezüglich abergläubisch sind?

Beckwermert: «Wenn jemand glaubt, er würde in der Öffentlichkeit Unglück erleben, wird er an diesem Tag zu Hause bleiben. Das ist aber selten. Ich habe in meinen 40 Jahren Berufserfahrung niemanden kennengelernt, der so panisch darauf reagiert hätte. Es ist mehr ein kulturelles Unterhaltungsphänomen als wirklich etwas Pathologisches.»

Gibt es in unserer wissenschaftlich geprägten Welt eine neue Sehnsucht nach dem Übernatürlichen und Unerklärlichen?

Beckwermert: «Der Glaube, dass das, was man fühlt, eher wahr ist als das, was man weiß, ist nicht stärker als in vorigen Jahren, Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Die Sehnsucht nach dem Spirituellen ist uralt.»

Passiert mir mehr, wenn ich mit etwas Negativem rechne?

Beckwermert: «Es gibt den schönen Begriff der «self-fulfilling prophecy», der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Das kommt in der Tat vor, auch außerhalb des Bereiches Aberglauben - wenn man zum Beispiel die Sorge hat, dass man mit dem Fahrrad stürzt und besonders darauf achtet, dass das nicht passiert. Wer sich in die Motorik seines Fahrradfahrens bewusst einklinkt und das beobachten will, der verunsichert sich dermaßen, dass er tatsächlich mit dem Fahrrad stürzt.»

Warum machen Menschen ihr Glück gerade von einem bestimmten Wochentag und einer Zahl abhängig?

Beckwermert: «Das sind alte kulturelle Überbleibsel aus einer Zeit, als Menschen versuchten, sich die Welt zu erklären, aber nichts anderes hatten als ihre Magie, ihren Aberglauben und ihre Götterwelt. Und wenn man sich in dem System bewegt, bekommt man auch immer wieder die Bestätigung dafür. So wie die Azteken, die glaubten, dass, wenn sie abends keine Menschen opferten, am nächsten Tag die Sonne nicht aufgeht. Sie haben nie gewagt auszuprobieren, ob das stimmt. Also haben sie jeden Tag Menschen geopfert, und was ist am nächsten Morgen passiert: Die Sonne ging auf.»

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