Jena (dpa) - Wissenschaftler der Universität Jena haben nach eigenen Angaben eine neuartige Glaskeramik für den Einsatz als Zahnbrücke entwickelt. Demnach sei sie nicht nur fester, sie wirke auch natürlicher.

Das Material der neuen Keramik habe nicht nur eine rund fünfmal höhere Festigkeit als heute für Zahnersatz verwendete Keramiken, erklärte der Glaschemiker Christian Rüssel am Donnerstag (5. Januar). Es wirke auch etwas durchscheinend wie ein natürlicher Zahn. Erreicht werde dies dadurch, dass die Jenaer Glaskeramik aus Kristallen mit einer Durchschnittsgröße von höchstens 100 Nanometern bestehe. Ein Nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter.

Dazu werde das Ausgangsmaterial zunächst bei rund 1500 Grad Celsius geschmolzen, abgekühlt und fein zerkleinert. Danach werde das Glas erneut geschmolzen und wieder abgekühlt, erläuterte der Experte vom Otto-Schott-Institut für Glaschemie. Durch abermaliges Erhitzen auf rund 1000 Grad entstehen dann die Nanokristalle.

Allerdings sei dies eine technische Gratwanderung: Kristallisiere das Material zu stark, streue das Licht und der Stoff sehe aus wie Gips. Bis zum praktischen Einsatz des Materials als Zahnersatz müsse noch weitere Entwicklungsarbeit geleistet werden, hieß es. Den Angaben nach arbeiten die Jenaer Forscher schon länger an hochfesten Keramiken, bisher aber für andere Anwendungsbereiche - zum Beispiel Computerfestplatten.

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