Berlin (dpa) - Im Skandal um dioxinbelastetes Futter zeigen einzelne amtliche Analysen erstmals überhöhte Giftmengen in deutschen Legehennen. Das teilte der Sprecher des Landswirtschaftsministeriums Holger Eichele am Samstag (8. Januar) in Berlin mit.

Eichele zufolge wiesen Proben aus dem Fettgewebe dreier Legehennen erhöhte Dioxin-Gehalte von 4,99 Pikogramm Dioxin je Gramm Fettgewebe auf. Damit bestätige er einen Bericht des «Focus». Der Grenzwert liegt bei 2 Pikogramm je Gramm (pg/g). Ein Pikogramm ist ein billionstel Gramm.

Die drei Tiere stammten aus einem nordrhein-westfälischen Betrieb, aus dem auch belastete Eier kamen. «Das Fleisch ist nicht in Verkehr gekommen. Die Tiere wurden getötet und die Tierkörper unschädlich vernichtet», erklärte Eichele. «Alle Eier des Betriebs wurden von den Behörden zurückgerufen und die betreffenden Eiernummern im Internet veröffentlicht.» Legehennen werden unter normalen Umständen unter anderem als Suppenhühner verkauft.

Dem Ministerium liegen weitere Analysen vor: Bei drei betrieblichen Eigenkontrollen von Hähnchen sei der Gehalt von 2 pg/g nicht überschritten. Für Mastputen gibt es drei Ergebnisse für drei Proben, auch hier sei der Höchstgehalt von 2 pg/g eingehalten. Sechs betriebliche Untersuchungen von Fleisch von Schweinen zeigten keine Überschreitungen des Höchstgehalts von 1 pg/g. «Sobald weitere aussagekräftige Daten vorliegen, werden diese veröffentlicht», kündigte Eichele an.

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