Regelmäßige Vorsorge ab 25 Jahren vermindert Krebs- und Herzinfarktrisiko.

Männer gehen oft erst zum Arzt, wenn es fast zu spät ist.
Männer gehen oft erst zum Arzt, wenn es fast zu spät ist.

Männer gehen oft erst zum Arzt, wenn es fast zu spät ist.

dpa

Männer gehen oft erst zum Arzt, wenn es fast zu spät ist.

Berlin. Männer werden anders krank als Frauen. Die Forschung steht in diesem Punkt zwar noch am Anfang. Eins ist aber sicher: Geschlechtsspezifische Unterschiede haben einen großen Einfluss auf verschiedenste Krankheiten.

Das erfordert auch eine individuelle Gesundheitsvorsorge. Die Fortschritte in der Gender-Forschung tragen dazu bei, dass gerade die frühe Vorsorge auch für den Mann immer mehr zum Thema wird.

Auf der einen Seite spielten biologische Faktoren eine Rolle dabei, dass Männer und Frauen unterschiedlich krank werden, erklärt Frank Sommer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit und weltweit erster Professor für Männergesundheit an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Schon in der embryonalen Entwicklung sei das Hormon Testosteron sehr wichtig für den Mann. "Ab der Pubertät beginnt es dann, erneut große Auswirkungen auf den männlichen Körper zu haben."

Eine andere Ursache liegt in der Psyche und Erziehung. Ein Mann denkt häufig, er müsse stark sein und dürfe keine Schwächen zeigen, sagt Sommer. Er sehe oft nicht die Notwendigkeit einer Vorsorgeuntersuchung. "Wir sagen gerne: Frauen betreiben Vorsorgemedizin, Männer hingegen Reparaturmedizin."

Männer leiden früher an Bluthochdruck

Ein dritter Punkt ist die genetische Struktur der Chromosomen. Der Mann hat nur ein X-Chromosom und damit weniger genetische Informationen. Entstehen hier Schäden, sei der Mann gefährdeter, weil die Frau prinzipiell noch auf ein zweites X-Chromosom ausweichen kann, erklärt Sommer.

All diese Faktoren legen eine individuelle Vorsorge für den Mann nahe. Das Herzinfarkt-Risiko zum Beispiel ist beim Mann zwischen 45 und 60 Jahren etwa dreifach so hoch wie bei Frauen, sagt Sommer. Männer litten im frühen und mittleren Erwachsenenalter auch stärker an Bluthochdruck.

Ganz wichtig seien Vorsorgeuntersuchungen, die Risikofaktoren und die familiäre Belastung mit einbeziehen, empfiehlt Regitz-Zagrosek. Gerade zwischen 20 und 30 könnten Männer ihren Lebensstil noch gut beeinflussen und negativen Folgen entgegenwirken. "Ich würde raten, in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen." Eben diese Faktoren beträfen vor allem das Herz-Kreislauf-System und das Krebsrisiko, ergänzt Sommer. Darüber hinaus sollten bei einer U-25-Vorsorgeuntersuchung der Ernährungsstatus, die körperliche Aktivität, der Bauchumfang sowie grundlegende Laborwerte untersucht werden. Auch psychische Krankheiten seien von Bedeutung.

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