Die Auslöser für die Krankheit sind vielfältig. Ursache ist laut Experten eine neurologische Störung.

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Nachdem die Schmerzen abgeklungen sind, fühlt man sich sehr schlapp.

Nachdem die Schmerzen abgeklungen sind, fühlt man sich sehr schlapp.

dpa

Nachdem die Schmerzen abgeklungen sind, fühlt man sich sehr schlapp.

Düsseldorf. Es begann in der Pubertät. Die Freundinnen vergnügten sich auf Partys, Martina Beuker verkroch sich mit Kopfschmerzen im Bett. Migräne lautete irgendwann die Diagnose, und sie war naheliegend. Denn auch der Vater von Martina Beuker quälte sich sein Leben lang mit dem unerträglichen Migräneschmerz.

"Ich habe meinen Vater in meiner eigenen Kindheit eigentlich immer nur mit Kopfschmerzen erlebt. Wenn wir später telefoniert haben, war die erste Frage immer: Und, was macht dein Kopf?", erinnert sich die 46-jährige Mutter zweier Kinder. "Bei manchen Frauen ist über der Krankheit die Ehe zerbrochen, weil der Partner überhaupt kein Verständnis dafür hatte", weiß Martina Beuker. Ihr selbst geht es zumindest in dieser Hinsicht weitaus besser. Der Ehemann übernimmt viele Pflichten, wenn sie es nicht kann.

Martina Beuker führt ein Schmerztagebuch

Nach unzähligen Arztbesuchen und Klinikaufenthalten hat Martina Beuker nun offenbar einen Weg gefunden, ihr Leiden halbwegs in den Griff zu bekommen. Sie führt ein Schmerztagebuch, um die Anfälle im Blick zu behalten. Denn die Schmerzmittel dürfen nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat genommen werden, um Nebenwirkungen auszuschließen.Geht es noch ohne Tablette? Genügt es, sich einfach nur ins Bett zu legen, obwohl der Kopfschmerz fast schon unerträglich ist? Diese Fragen stellt sich Martina Beuker jedes Mal, wenn sich wieder eine Migräneattacke ankündigt.

Sie nimmt nicht nur Schmerzmittel, sondern auch Tabletten zur Prophylaxe und Antidepressiva. "Ich hab hier oft verzweifelt auf der Couch gesessen und wusste nicht mehr weiter. Das sollte einfach aufhören", erinnert sie sich an depressive Phasen. Mittlerweile hat Martina Beuker gelernt, mit der Krankheit zu leben. Sie kennt die Ursachen und achtet darauf, sich möglichst Ruhe zu gönnen.

Der Kopfschmerz ist nur ein Teil des Leidens

Der Kopfschmerz ist für viele Migräniker nur ein Teil des Leidens. Meist beginnt eine Attacke mit Vorboten: Die Betroffenen sind oft schon zwei Tage bevor die Schmerzen beginnen gereizt und müde, haben Durchfall oder Verstopfung und sind licht- und geräuschempfindlich. Bei einigen Patienten kommt die sogenannte Aura hinzu, zu der verschwommenes Sehen, Kribbeln in den Fingern und Sprachstörungen gehören können.

Vermeiden Sie die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln an mehr als zehn Tagen im Monat, um den Nebenwirkungen vorzubeugen.

Führen Sie ein Migränetagebuch mit Hinweisen zu Essgewohnheiten, Lebensumständen und Wetterempfindlichkeiten.

Überprüfen Sie ihre Essgewohnheiten. Zu viel Fett, Süßigkeiten und Zitrusfrüchte sollten vermieden werden.

Entspannen Sie sich regelmäßig mit Yoga oder Autogenem Training und schaffen Sie sich einen körperlichen Ausgleich durch sportliche Aktivitäten.

Bei häufigen und länger anhaltenden Migräneattacken oder bei lang anhaltenden Auren-Erscheinungen kann eine medikamentöse Prophylaxe die Lebensqualität deutlich verbessern.

Erst dann kommt der Schmerz. Er ist meist einseitig, wird als stechend oder pulsierend beschrieben und dauert eine Stunde bis drei Tage. Vielen Betroffenen ist während dieser Zeit auch noch sehr übel. Danach klingen die Schmerzen allmählich ab und man fühlt sich schlapp und müde. "Die Faktoren sind so vielfältig, dass anfällige Personen sie kaum völlig vermeiden können", so der Neurologe David W. Dodick, der sich auf Ursachensuche begeben hat.

Von Alkohol, über Stress bis hin zu Schlafmangel und Neonlicht gibt es unzählige Auslöser für den quälenden Migränekopfschmerz. Was die Ursachen anbelangt, so gehen die Mediziner mittlerweile von einer neurologischen Störung aus. Auch wenn Migräne als chronische Erkrankung eingestuft wird, können Betroffene die Intensität und Häufigkeit ihrer Migräne-Attacken bei adäquater Behandlung und der richtigen Lebensweise günstig beeinflussen. "Bei einer Frequenz von mehr als drei Migräne-Attacken pro Monat empfiehlt sich eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe", so der Neurologe Martin Mühlbauer.

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