Die Analyse des sogenannten Immunglobulin G kostet meistens um die 300 Euro, weist aber nichts nach.

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Für den Test wird bei den Patienten Blut abgenommen.

Für den Test wird bei den Patienten Blut abgenommen.

dpa

Für den Test wird bei den Patienten Blut abgenommen.

Hamburg. Weil sie vermeintlich allergisch dagegen sind, verzichten etliche Menschen auf bestimmte Lebensmittel. Allzu oft aber beruht diese Annahme auf komplett wertlosen Analysen: sogenannten Immunglobulin G (IgG- oder auch IgG4)-Tests zum Nachweis von Nahrungsmittel-Allergien oder Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.

"Die dabei im Blut nachgewiesenen Antikörper gehören zur ganz normalen Reaktion des Immunsystems", sagt Jörg Kleine-Tebbe vom Allergie- und Asthma-Zentrum Westend in Berlin. Sobald jemand etwas isst, werden sie gebildet.

Eine Bestimmung kann um die 300 Euro kosten

Dennoch werben Anbieter im Internet, in Zeitschriften und in Broschüren damit, für mehrere hundert Lebensmittel eine mögliche Unverträglichkeit testen zu lassen.

Erst im Mai veröffentlichten fünf große deutschsprachige Allergiegesellschaften eine gemeinsame Leitlinie, die sich strikt gegen die sinnlosen IgG-Bestimmungen richtet (Fachmagazin "Allergo Journal", Bd.18, S. 267).

Die Angebote seien seither aber nicht weniger geworden, sagt Kleine-Tebbe, der die Leitlinie führend mit erarbeitet hat. "Bei den Firmen wird getan, als wäre die Nützlichkeit noch in der wissenschaftlichen Diskussion. Das ist nicht so. Aber mit den Tests lässt sich eben auf simple Weise Geld verdienen." 800 Euro kann eine Bestimmung kosten, meist seien es um die 300 Euro.

Schätzungsweise 20 Prozent aller Menschen in Deutschland glauben, dass sie ein oder mehrere Lebensmittel nicht vertragen. "Tatsächlich sind es maximal ein bis fünf Prozent", sagt Kirsten Jung vom Bundesvorstand des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen, ÄDA. "Das wird sehr überschätzt."

Kritisch sehen die Allergie-Experten die Untersuchungen aber nicht nur wegen des Geldes, das die Betroffenen zahlen, ohne wirklich Hilfe zu erhalten. Tragisch seien vor allem die abgeleiteten Verhaltensweisen der Menschen. "Völlig unberechtigte Diäten werden gemacht, die bei einigen Betroffenen zu Mangelerscheinungen oder Unterernährung führen", erläutert Kleine-Tebbe. "Und das auch bei Kindern. Ein Skandal, das ist Körperverletzung."

Wer glaubt, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen, solle am besten einen Allergologen aufsuchen, rät Jung. Verträgt jemand tatsächlich bestimmte Nahrungsmittel nicht, wehrt sich der Körper mit Immunglobulinen der Klasse E - die sich mit einem sogenannten IgE- oder auch Prick-Test nachweisen lassen.

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