Naturheilverfahren richten sich vor allem gegen Befindlichkeitsstörungen.

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Ordensleute wie Schwester Leandra Ulsamer von den Franziskanerinnen in Oberzell bei Würzburg haben in Klostergärten von jeher Heilpflanzen kultiviert.

Ordensleute wie Schwester Leandra Ulsamer von den Franziskanerinnen in Oberzell bei Würzburg haben in Klostergärten von jeher Heilpflanzen kultiviert.

dpa

Ordensleute wie Schwester Leandra Ulsamer von den Franziskanerinnen in Oberzell bei Würzburg haben in Klostergärten von jeher Heilpflanzen kultiviert.

Essen. Gegen den Schnupfen ein Kamille-Dampfbad und bei Magenbeschwerden einen Fencheltee: Mehr oder weniger bewusst hat wohl fast jeder schon zu pflanzlichen Heilmitteln gegriffen. Der Einsatz von Heilpflanzen soll die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen - oft im Rahmen einer Selbstmedikation, mit zunehmender Tendenz aber auch bei schulmedizinischen Behandlungen.

"Die Patienten wünschen so viel Naturheilverfahren wie möglich, um die Nebenwirkungen herkömmlicher Therapien zu reduzieren", lautet die Erfahrung von Gustav Dobos, Professor für Naturheilkunde und Integrative Medizin an der Universität Duisburg-Essen. Auch nach Einschätzung des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren (ZAEN) gewinnen Naturheilverfahren an Bedeutung - gerade für Allergiker und chronisch Kranke.

"Wir wollen die Schulmedizin nicht verdammen - Naturheilverfahren sind kein Ersatz dafür. Aber man hat mehr Erfolg, wenn man zweigleisig fährt", sagt die Allgemeinmedizinerin und ZAEN-Sprecherin Christel Papendick. Traditionell richten sich pflanzliche Heilmittel vor allem gegen sogenannte Befindlichkeitsstörungen - also leichte Erkrankungen, die sich ohne Arzt behandeln lassen. Als Wegbereiter der Kräuterheilkunde gilt die Klostermedizin, wie sie vom frühen Mittelalter bis ins 15.Jahrhundert hinein in Europa verbreitet gewesen sei, erklärt Dobos. Die Benediktinernonne Hildegard von Bingen (1089 bis 1179) ist eine der bekanntesten Vertreterinnen, und auch heute noch gibt es Klostergärten, die sich damit befassen.

Für fast alles gibt es etwas, das das Leiden lindert

"Für nahezu alle Krankheiten gibt es etwas, was das Leiden lindert und die Heilung beschleunigt", sagt Johannes Gottfried Mayer von der Forschungsgruppe Klostermedizin der Uni Würzburg. Schon vom 13.Jahrhundert an sei etwa Weidenrinde gegen Fieber und Schmerzen verabreicht worden. Im 19. Jahrhundert entdeckten Forscher dann den Wirkstoff in der Pflanze: Acetylsalilcylsäure (ASS), die auch heute in vielen Schmerzmitteln steckt. Das nach Mayers Ansicht stetig wachsende Interesse an den sogenannten Phytopharmaka begründet sich zum einen so: Viele bezweifelten inzwischen, dass allein Mittel aus hochtechnisierten Laboren alle Probleme lösen können. Außerdem seien sie im Allgemeinen gut verträglich. "Das Mild-Wirksame der Pflanzen ist das Interessante", sagt Mayer.

Problematisch können pflanzliche Mittel genau für jene sein, die sehr von ihnen profitieren können: die Allergiker. Korbblütler wie Arnika oder Ringelblume haben ein hohes allergenes Potenzial und sollten daher nur vorsichtig verwendet werden. Literatur: Gustav Dobos: Die Kräfte der Selbstheilung aktivieren!, Zabert Sandmann, ISBN: 978-3-89883-207-6, 24,80 Euro; Johannes Gottfried Mayer: Handbuch der Klosterheilkunde, Zabert Sandmann, ISBN: 978-3-89883-226-7, 14,95 Euro.

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