«Ruhig bleiben, hier gehts lang!» Mit klaren, kurzen Ansagen kann auch der Einzelne bei einer Massenpanik helfen. Foto: Andrea Warnecke
«Ruhig bleiben, hier gehts lang!» Mit klaren, kurzen Ansagen kann auch der Einzelne bei einer Massenpanik helfen. Foto: Andrea Warnecke

«Ruhig bleiben, hier gehts lang!» Mit klaren, kurzen Ansagen kann auch der Einzelne bei einer Massenpanik helfen. Foto: Andrea Warnecke

dpa

«Ruhig bleiben, hier gehts lang!» Mit klaren, kurzen Ansagen kann auch der Einzelne bei einer Massenpanik helfen. Foto: Andrea Warnecke

Düsseldorf (dpa/tmn) - Vernunft gibt es bei einer Massenpanik nicht. «Einfach nur raus hier», ist der Gedanke, der alle treibt, wenn etwa - wie in Brasilien - in einem Club ein Feuer ausbricht. Dabei reicht es schon, wenn einige wenige einen kühlen Kopf bewahren.

Bei einer Massenpanik ist jeder Einzelne gefordert. Denn oft warten alle in so einer Situation auf eine Ansage, aber keiner ergreift die Initiative. Dabei können das auch Besucher tun, wenn kein Ordner zur Stelle ist. Sogar ein Einzelner habe die Chance, die Menge zu beruhigen, sagte Gerhard Steiner vom DRK-Landesverband Nordrhein in Düsseldorf. Der Arzt war für die Nachbearbeitung der Loveparade-Unglücks in Duisburg 2010 zuständig. Man könne mit einer unvorhergesehenen, plötzlichen Aktion die Aufmerksamkeit auf sich lenken und dann den Leuten eine kurze, aber bestimmte Botschaft übermitteln.

Am vergangenen Wochenende sind 233 Menschen bei einer Massenpanik nach einem Brand in einer brasilianischen Diskothek gestorben. In einem solchen Fall sollte jemand das Kommando übernehmen, bevor die Menschen kopflos werden - etwa indem er einmal kurz laut schreit oder pfeift. «Er muss irgendein Geräusch auslösen, was die Leute aufmerksam macht», rät Steiner. Dann muss eine kurze Ansage folgen. «Aber nur ganz kurz, das dürfen nicht mehr als zwei Sätze sein.» In der Regel genügt ein Blick durch den Saal, um die grünen Schilder zu finden, die den Notausgang kennzeichnen. Dahin muss der Kommandogeber die Masse lenken.

«Dann liegt es an ihm, noch drei, vier, fünf Leute zu bestimmen, die ihm helfen, die dann so eine Art Ordnerfunktion ausüben», erklärt der Arzt. «Auch denen erteilt er knappe, kurze Befehle.»

Leichter gesagt als getan, oder? Wer hört in solchen Momenten schon auf einen Einzelnen? Viele, sagt der Experte. Denn wer Angst hat, will einen Leitwolf, dem er folgen kann. «Das funktioniert in vielen Fällen.» Deshalb sollte niemand seine Fähigkeiten in diesem Moment unterschätzen. «In solchen Situationen wachsen manche zu einer Größe, die man ihnen nie zugetraut hätte.»

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