Honig
Honig oder Ahornsirup können Keime enthalten, die für Kinder unter einem Jahr gefährlich sein können.

Honig oder Ahornsirup können Keime enthalten, die für Kinder unter einem Jahr gefährlich sein können.

dpa

Honig oder Ahornsirup können Keime enthalten, die für Kinder unter einem Jahr gefährlich sein können.

Köln (dpa/tmn) - Eltern sollten Säuglingen keinen Honig oder Ahornsirup geben. Denn darin können gefährliche Keime enthalten sein, wie Prof. Hans-Jürgen Nentwich, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Köln, erläutert.

«Lebensmittelvergiftungen mit Clostridium botulinum, die den sogenannten Botulismus auslösen, sind in Deutschland zwar sehr selten, aber aufgrund der hohen Sterblichkeit gefährlich», warnt Nentwich. Die Erreger können schwere Lähmungen der Muskulatur verursachen und schließlich zur Atemlähmung führen.

«Eine Sonderform ist der Säuglingsbotulismus, da die Sporen bei den ganz Kleinen noch den Darm besiedeln und dort auskeimen können», erklärt der Experte. Infizierte Säuglinge zeigen Muskelschwäche, sie können den Kopf kaum halten und haben Schwierigkeiten beim Atmen. Das kann sich durch Röcheln oder Schnarchgeräusche äußern. Die Reflexe sind schwach, sodass das Kind schlecht saugen und schlucken kann, der Speichel vermehrt aus dem Mund rinnt sowie die Pupillen verzögert auf Licht reagieren. Betroffene Kinder müssen rasch intensiv-medizinisch behandelt werden.

Temperaturen von 100 Grad Celsius können das Bakterium schnell unschädlich machen. Wenn Clostridien Temperaturen um die 80 Grad ausgesetzt sind, sterben sie erst nach sechs Minuten ab. Für Kinder und Erwachsene sind nur Lebensmittel kritisch, in denen sich die Bakterien aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen vermehren und Sporen bilden können, bevor sie verzehrt werden.

«Konserven, die Verformungen, insbesondere Ausbeulungen, zeigen, sollten in den Müll», sagt Nentwich. «Denn Beulen in einer Dose könnten durch Gase des Botulismus-Erregers entstanden sein.» Besondere Vorsicht gilt auch bei Selbsteingekochtem: «Dieses sollte grundsätzlich zweimal erhitzt werden, um eventuell ausgekeimte Sporen zu zerstören.» Da die Bakterien ohne Luft auskommen, können sie auch in vakuumverpackten Lebensmitteln wie Räucherfisch überleben. Damit sich dort keine Sporen bilden, muss die vorgeschriebene Kühlung unbedingt eingehalten werden.

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