Siebenschläfer, Eisheilige oder Schafskälte: Wir erklären diese jährlich wiederkehrenden Wettererscheinungen.

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Ein hechelnder Hund ist nicht der Namensgeber für die Hundstage, sondern ein Sternbild.

Ein hechelnder Hund ist nicht der Namensgeber für die Hundstage, sondern ein Sternbild.

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Ein hechelnder Hund ist nicht der Namensgeber für die Hundstage, sondern ein Sternbild.

Düsseldorf. Kann dieser Sommer noch heißer werden als er es schon war? Glaubt man den so genannten Lostagen, ja. Denn am Freitag beginnen die "Hundstage" - die meist heißeste Periode im Jahr, die bis zum 24. August anhält.

"Bei den Lostagen, wie etwa den Hundstagen, handelt es sich um Wettererscheinungen, die jedes Jahr ungefähr um die selbe Zeit wiederkehren. Für die Landwirte waren solche Merktage, als es noch keine Vorhersagen gab, wichtig", erklärt Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. Allerdings: Die Lostage könnten zeitlich schwanken und träfen nicht immer zu. Dieses Jahr zum Beispiel noch nicht: Für Freitag und die kommenden Tage rechnen die Experten mit Temperaturen um etwa 25 Grad statt hochsommerlicher Hitze. Andreas Friedrich erklärt, woher die Hundstage und Co. ihre Namen haben und warum das Wetter dann oft Jahr für Jahr gleich ist.

Hundstage (23. Juli bis 24. August)

Auch wenn mancher Vierbeiner in den angeblich heißesten Wochen des Jahres ins Hecheln kommt - der Name geht bis auf das alte Ägypten im zweiten Jahrtausend v. Chr. zurück. Das Sternbild des Großen Hundes fiel damals in diese Periode. "Ende Juni steht die Sonne am höchsten. Aber die Atmosphäre hinkt quasi hinterher, die große Hitze kriegen wir in der Regel erst später zu spüren", erklärt Friedrich.

Die Eisheiligen (11. bis 15. Mai)

"Es ist die letzte Zeit des Jahres, in der Nachtfrost möglich ist", sagt Friedrich. Die meteorologische Begründung: Aus Nordeuropa kommt kalte Luft zu uns, die in den noch langen Nächten zu spüren ist. Die Zeit fällt auf die Namenstage der Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie - daher die Namensgebung.

Schafskälte (Mitte Juni)

Friedrich: "Gemeint sind kühle und wechselhafte Tage nach einer ersten warmen Witterungsperiode Ende Mai. Vom Meer, das sich noch nicht so erhitzt hat, strömt kühlere Luft übers Land". Der Name soll an die frisch geschorenen Schafe erinnern, die bei den kühlen Temperaturen frieren.

Siebenschläfer (27. Juni)

Eine Regel besagt: Wie das Wetter am Siebenschläfertag ist, bleibt es etwa zwei Wochen danach. "Kurz zuvor hat die Sonne ihren Höchststand erreicht. Das Wetter bleibt dadurch eher länger stabil", so Friedrich. Die Bezeichnung Siebenschläfer stammt von einer alten Legende. Nach der versteckten sich sieben Brüder bei der Christenverfolgung im römischen Reich im Jahre 251 in einer Höhle und fielen und in einen tiefen Schlaf. Am 27. Juni 446, ca. 200 Jahre später, wurden sie entdeckt und erwachten.

Altweibersommer (Mitte bis Ende September)

"Der Sommer klingt aus: Die Sonne steht tiefer, die Nächte werden länger und kühler. Auf Spinnweben bleiben Tautropfen hängen. Die Fäden glänzen dadurch wie die silbergrauen Haare einer alten Frau", erklärt Friedrich.

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