Die Reinigung der Räume zwischen den Zähnen ist mühsam, aber ein wichtiger Schutz vor Belag und Karies.

Wer täglich Zahnseide oder Zwischenraumbürsten benutzt, hat deutlich bessere Aussichten auf gesundes Zahnfleisch und intakte Zähne. (dpa)
Wer täglich Zahnseide oder Zwischenraumbürsten benutzt, hat deutlich bessere Aussichten auf gesundes Zahnfleisch und intakte Zähne. (dpa)

Wer täglich Zahnseide oder Zwischenraumbürsten benutzt, hat deutlich bessere Aussichten auf gesundes Zahnfleisch und intakte Zähne. (dpa)

NN

Wer täglich Zahnseide oder Zwischenraumbürsten benutzt, hat deutlich bessere Aussichten auf gesundes Zahnfleisch und intakte Zähne. (dpa)

Düsseldorf. Wer sich regelmäßig vor dem Spiegel Zahnseide um die Finger wickelt und damit die Zahnzwischenräume reinigt, tut ein gutes Werk, sagen die meisten Zahnärzte. Die Stiftung Warentest bestätigt das: Ein Test der Fäden und Bürstchen zeige, dass sich die Mühe lohnt. Der Pflegezustand der Zähne habe sich bei allen Test-Teilnehmern gebessert.

Was wurde getestet?

Getestet wurden sieben verschiedene Zahnseide-Produkte für normal weite Zahnzwischenräume – ein Tape, Zahnzwischenraumbürsten und Flausch-Zahnseide. Fast alle Produkte bekamen ein „gut“. Tatsächlich aber ist die Auswahl viel größer als die Test-Produktpalette. Prof. Dietmar Oesterreich von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) gibt zu: „Die Handhabung ist anspruchsvoll.“ Man brauche eine Anleitung in der Zahnarztpraxis, und dann müsse man gezielt üben.

Wie ist Zahnseide zu verwenden?

Faustregel: Einmal am Tag, ob vor oder nach dem Zähneputzen ist nicht so entscheidend. Zahnseide wird um die Zeigefinger gewickelt und im halben Bogen um den Zahn herum gezogen. 30 bis 50 Zentimeter Schnur abtrennen und für jeden Zwischenraum einen sauberes Abschnitt nehmen. Wer Brücken, festsitzende Zahnspangen oder Implantate im Mund hat, braucht extra dicke Flauschfäden. Stehen die Zähne weiter auseinander, sollte man Zwischenraumbürsten nehmen. „Bei guter Markenware gibt es acht bis zehn verschiedene Größen“, sagt BZÄK-Vizepräsident Oesterreich.

Ein Tipp der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Wenn die Bürste zu leicht durch den Zahnzwischenraum passt, ist der Reinigungseffekt gering, ist der Widerstand zu hoch, besteht die Gefahr, das Zahnfleisch zu verletzen. Bei Bedarf sollte man verschiedene Bürsten und Zahnseiden verwenden.

Ab wann sollte man Zahnseide benutzen?

Zielgruppe sind vor allem Erwachsene und Senioren, da die Zwischenräume mit dem Alter größer werden. „Hier haben Zahnzwischenraumbürsten einen guten Reinigungseffekt“, sagt Oesterreich. Aber auch für Kinder und Jugendliche kann es sinnvoll sein, vor allem, wenn Zähne eng zusammenstehen.

Warum ist die Reinigung wichtig?

Nach Angaben der Bundeszahnärztekammer sollte jeder 7,3 Tuben Zahnpasta pro Jahr verwenden, tatsächlich verkauft wurden 2010 pro Kopf aber weniger: 5,1 Tuben.

Statt der empfohlenen vier Bürsten pro Jahr beträgt der Schnitt nur 2,6.

Die Zahnbürste erreicht nur etwa 70 Prozent der Fläche eines jeden Zahns. Die „American Dental Association“ (USA) stellt klar, dass die Verwendung von Zahnseide Zahnbeläge und Zahnfleischentzündungen effektiver reduziere als Zähneputzen allein. Denn Zahnseide entferne Speisereste zwischen den Zähnen und den Bakterienfilm, bevor er zu hartem Zahnbelag werde. Eine Studienanalyse ergab, dass die Kombination von Zahnseide und Zähneputzen das Risiko für eine Zahnfleischentzündung mindert. Streng wissenschaftlich betrachtet fehlen allerdings Studien, um die Wirkung der Zwischenraum-Reinigung konkret zu belegen.

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