Fischangebot
Greenpeace hat erneut die Einkaufspolitik der Supermarkt-Ketten untersucht. Kaufland schnitt im Vergleich am besten ab.

Greenpeace hat erneut die Einkaufspolitik der Supermarkt-Ketten untersucht. Kaufland schnitt im Vergleich am besten ab.

dpa

Greenpeace hat erneut die Einkaufspolitik der Supermarkt-Ketten untersucht. Kaufland schnitt im Vergleich am besten ab.

Hamburg (dpa) - Die Einkäufer deutscher Supermärkte nehmen nach Ansicht von Greenpeace nicht genug Rücksicht auf die Zukunft der Fischbestände. Das geht aus einer Rangliste der Umweltorganisation hervor, die am Donnerstag (16. Dezember) vorgestellt wurde.

Die Umweltschützer untersuchten elf Handelsketten und prüften unter anderem Einkaufskriterien, die Kennzeichnung der Produkte und ob Kunden zurückverfolgen können, wo ein Fisch gefangen wurde. Die Kaufland-Kette schnitt im Vergleich gut ab, Kaiser's Tengelmann und Aldi Nord belegten die hinteren Plätze. Beide Unternehmen wollten sich zu dem Ranking nicht äußern. «Es gibt dringend weitere Schritte zu tun», sagte Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace.

Die erste Supermarkt-Rangliste zur Einkaufspraxis bei Fischprodukten hatte Greenpeace im Dezember 2007 vorgestellt und die Bewertungsmaßstäbe in der aktuellen Studie noch verschärft. Im Vergleich zeigte sich auch, dass die Handelsketten ihr Verhalten in den letzten Jahren verbessert haben. So wurden Aal, Rotbarsch, Blauflossen-Thunfisch oder Dornhai bei einigen Unternehmen aus dem Sortiment genommen. Auch die Kennzeichnung der Produkte habe sich verbessert. Sie zeigten häufiger die genauen Fanggebiete, Fangmethoden und lateinische Namen der Fischarten. Erst mit Hilfe dieser Angaben könnten Kunden verantwortungsvoll einkaufen und bedrohte Fischbestände schützen.

Matthias Keller, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Fischindustrie, stellte das Greenpeace-Rating infrage. Man sollte nicht das Ende der Wertschöpfungskette im Supermarktregal untersuchen, sagte Keller. Stattdessen müsse man die Fischereipolitik einem kritischen Blick unterziehen, «damit der Fisch gar nicht erst aus dem Wasser kommt». Zu viele fachspezifische Informationen würden Kunden zudem nur verwirren. Greenpeace arbeite mit eigenen Maßstäben, die nicht unbedingt mit wissenschaftlichen Bewertungen übereinstimmen würden.

Die EU-Länder hatten sich am Mittwoch in Brüssel darauf geeinigt, die Fischerei in der Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik für 2011 weiter zu begrenzen. Sie reduzierte die Fangquoten für rund 90 Bestände, darunter Kabeljau und Seelachs.

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