Für einen Schnelltest muss ein Arzt Blut abnehmen. Das Ergebnis ist je nach Hersteller zwischen fünf und 30 Minuten ablesbar. Foto: Britta Pedersen
Für einen Schnelltest muss ein Arzt Blut abnehmen. Das Ergebnis ist je nach Hersteller zwischen fünf und 30 Minuten ablesbar. Foto: Britta Pedersen

Für einen Schnelltest muss ein Arzt Blut abnehmen. Das Ergebnis ist je nach Hersteller zwischen fünf und 30 Minuten ablesbar. Foto: Britta Pedersen

dpa

Für einen Schnelltest muss ein Arzt Blut abnehmen. Das Ergebnis ist je nach Hersteller zwischen fünf und 30 Minuten ablesbar. Foto: Britta Pedersen

Berlin (dpa/tmn) - Sechs Wochen sind eine lange Zeit. Solange dauert es, bis ein HIV-Test nach dem Risikokontakt eine Infektion ausschließen kann. Wer fürchtet, sich infiziert zu haben, muss so lange warten, bis der Test eindeutig Entwarnung geben kann. Für Betroffene ist das oft eine nervenaufreibende Zeit.

«Es gibt im Prinzip nur zwei Strategien, damit umzugehen», sagt Michael Tappe von der Deutschen Aids-Hilfe. Die eine: «Augen zu und durch». Die andere: Sich mit der Situation auseinandersetzen. «Betroffene können sich bei einer professionellen Aids-Beratung Unterstützung suchen.» Mit einer kompetenten Person darüber zu sprechen, helfe oftmals, klarer einzuschätzen, wie hoch das Risiko einer Infektion überhaupt ist.

In vielen Fällen kann man eine HIV-Infektion schon früher nachweisen - etwa nach zwei bis vier Wochen. «Wer es also gar nicht aushält, kann sich schon früher testen lassen.» Wirklich ausschließen lässt sich eine Infektion aber erst nach sechs Wochen.

Wer sexuellen Kontakt mit einer Person hatte, die sicher oder wahrscheinlich HIV-positiv und ansteckend ist, sollte allerdings keine Zeit verlieren. Denn der Arzt kann Betroffenen dann eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) verabreichen. Die PEP-Behandlung dauert in der Regel vier Wochen und kann eine Infektion meistens noch verhindern. Idealerweise gehen Betroffene sofort zum Arzt, möglichst binnen 24 Stunden, aber nicht später als 48 Stunden nach dem Risikokontakt.

«Eine PEP wird aber in der Regel nur verabreicht, wenn wahrscheinlich ist, dass der Sexualpartner HIV-positiv ist.» Das ist nach Angaben der Deutschen Aids-Hilfe zum Beispiel der Fall, wenn bei Gelegenheitskontakten unter schwulen Männern das Kondom reißt, weil hier ein höheres Risiko vorliegt. Bei Heterosexuellen ist die PEP hingegen in diesem Fall in der Regel nicht angezeigt.

«Dann muss man die Unsicherheit in der Regel einfach aushalten», sagt Tappe. Was dann helfen kann: Das Wissen darum, dass HIV heute kein Todesurteil mehr ist und man damit ein relativ normales Leben führen kann. Schwierig kann das für Personen sein, die in einer Beziehung leben und fürchten, sich bei einem Seitensprung angesteckt zu haben. «Gerade am Anfang ist man besonders ansteckend», sagt der Experte. Den Partner dürfe man aber keineswegs gefährden.

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