Viele Apps helfen bei Krankheit oder beim Sport. Es gibt schwarze Schafe.

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Allergiker können mittlerweile per Handy die für sie gefährlichen Pollen aufspüren.

Allergiker können mittlerweile per Handy die für sie gefährlichen Pollen aufspüren.

dpa

Allergiker können mittlerweile per Handy die für sie gefährlichen Pollen aufspüren.

Düsseldorf. Niklas Balicki misst seine Blutzuckerwerte, Christine K. ihre Schlafphasen, Thomas Kleinekemper seine Jogging-Bilanz. Alles mit Apps – mit Gesundheitsprogrammen fürs Smartphone. Das kann sehr nützlich sein. Niklas als 14-jähriger Typ-1-Diabetiker hatte Zettelnotizen vorher oft vergessen. Christine wird mit „Sleep Cycle“ nur noch in Leichtschlaf-Phasen geweckt. „Das ist sehr angenehm“, sagt die 22-Jährige. Und Versicherungskaufmann Kleinekemper ist überzeugt, dass „Smartrunner“ ihn anspornt.

Verbraucherschützer warnen vor Bauernfängern

Erfolgreich sind Rauchfrei-Apps, Abnehm-Apps oder Sport-Apps. Insgesamt 15 000 Apps gibt es mittlerweile im Gesundheitsbereich, so schätzt es der Bundesverband Informationswirtschaft und Telekommunikation, BitKom. Damit hat sich die Zahl seit 2010 fast verdreifacht.

Die große Nachfrage nach „Mobile Health“ verheißt lukrative Geschäfte, denn die Verbindung von IT und Gesundheit gilt als einer der größten Märkte der Zukunft. Viele Nutzer sind experimentierfreudig, lesen kurz die technische App-Beschreibung und orientieren sich an den Bewertungen anderer.

Doch Experten raten zur Vorsicht: „Es gibt irrsinnig viele Anbieter, und der Nutzer erfährt nur selten, wer hinter einem Produkt steht. Jeder hat ein anderes Interesse“, sagt Beatrix Reiß vom Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen (ZTG). Deshalb hat das ZTG eine App-Bewertungsplattform eingerichtet. „App-Check“ heißt die Seite (http://www.gesundheitsapps.info/), auf der Gesundheits-Apps getestet und bewertet werden.

Das Problem: Jeder darf Apps entwickeln und anbieten. Gütesiegel gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale NRW rät, sehr genau zu prüfen, von wem die Angebote stammen und ob die Inhalte fachlich fundiert sind. Am verlässlichsten seien Apps von seriösen Anbietern wie zum Beispiel Krankenkassen, unabhängigen Vereinigungen oder medizinischen Facheinrichtungen.

„Arznei aktuell“: Arzneimitteldatenbank mit Informationen zu ca. 60 000 Arzneimitteln (Preise, Indikationen, Dosierungen). 34 MB groß, aber eine der meistgeladenen Apps in der Kategorie Medizin.

Apps von Krankenkassen: „TK-Klinikführer“ der Techniker Krankenkasse oder TK ICD-Diagnoseauskunft; „Vorsorgemanager“ der KKH-Allianz (alle kostenlos)

Erste Hilfe-App vom Deutschen Roten Kreuz (0,79/0,89 Euro)

„BundesArztsuche“ von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (gratis)

„Pollenalarm“: Zeigt nach Ort- und Tageseingabe an, was in welcher Intensität durch die Luft fliegt (gratis).

Broteinheiten-Apps: Diabetiker können den BE-Wert von Supermarktware ausrechnen. Sie entbinden aber nicht vom Blutzuckermessen und enthalten meist keine Angaben zu frischen Lebensmitteln. VitaDock“: Kleine Module, an das Smartphone angedockt, messen Blutzucker, Blutdruck oder Fieber, speichern und übermitteln die Daten. Sieger in der Kategorie E-Health beim Innovationspreis-IT 2012, nach dem Medizinproduktegesetz zertifiziert.

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