Mindestens jeder Zehnte übt ab Aschermittwoch Verzicht. Worauf? Und vor allem: Wofür?

Abstand
Statt Berlinern, Bier und Schokolade kommt bei vielen nun Knäckebrot, knackiges Gemüse und Wasser auf den Tisch.

Statt Berlinern, Bier und Schokolade kommt bei vielen nun Knäckebrot, knackiges Gemüse und Wasser auf den Tisch.

dpa

Statt Berlinern, Bier und Schokolade kommt bei vielen nun Knäckebrot, knackiges Gemüse und Wasser auf den Tisch.

Düsseldorf. So mancher nimmt am Aschermittwoch einen neuen Anlauf, gute Vorsätze, an denen er zu Jahresbeginn gescheitert ist, in die Tat umzusetzen. Andere werden sich die nächsten Wochen in bewussten Auszeiten vom alltäglichen Trubel auf Ostern, das zentrale Fest im Kirchenjahr, vorbereiten.

Was auch immer Antrieb sein mag: Mindestens jeder zehnte Erwachsene in Deutschland will in den kommenden 46 Tagen auf etwas verzichten, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Darunter sind auch Kollegen aus den Redaktionen unserer Zeitung, die mit den nebenstehenden Beiträgen persönliche Einblicke in ihre Fastenzeit gewähren.

Die Gesundheit steht an erster Stelle

Am wichtigsten sind für Fastende laut YouGov-Umfrage gesundheitliche Gründe (53 Prozent). 27 Prozent nannten eine religiöse Motivation, 20 Prozent eine konsumkritische Haltung. Auf Süßigkeiten verzichten 74 Prozent, gefolgt von Alkohol, Fleisch und Tabak. Auch ein Handy- und Smartphone-Fasten gibt es. Sechs Prozent der Befragten planen sieben Wochen ohne Sex – je zur Hälfte Männer und Frauen.

Weniger ist mehr: Platz für neue Erfahrungen schaffen

In vielen Religionen hat das Fasten Tradition. Es soll Körper und Seele reinigen, einen Zustand innerer Ruhe herbeiführen, Raum für Gebet und Meditation schaffen.

Die christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und dauert bis Ostern. „Wir haben seit Jahren ein bisschen Abstand genommen von dem Gummibärchen-, Alkohol-, Schokolade- und Zigarettenfasten“, erläutert die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Sie ist Vorsitzende des Kuratoriums der evangelischen Fastenaktion, die dieses Jahr unter dem Motto „Sieben Wochen ohne falsche Gewissheiten“ steht. „

Es geht darum, dass man nicht bequem wird und sich gemütlich alles von anderen vorkauen lässt.“ Das gelte bei politischen Entscheidungen ebenso wie in persönlichen oder finanziellen Angelegenheiten, wo viele Menschen blind ihren Beratern vertrauten. Gewohnheiten auf den Prüfstand stellen, eigene Entscheidungen treffen: „Selber denken“ ist die erste Aufforderung an alle, die bei der Aktion mitmachen. Wer mehr wissen möchte: www.7-wochen-ohne.de oder im Gottesdienst des ZDF am 9. März, 9.30 Uhr, live aus der Martin-Luther-King-Kirche in Hürth südlich von Köln.

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