Einkauf im Supermarkt: Auf deutsche Verbraucher kommen auch im Jahr 2014 vergleichsweise hohe Lebensmittelpreise zu. Foto: Norbert Försterling
Einkauf im Supermarkt: Auf deutsche Verbraucher kommen auch im Jahr 2014 vergleichsweise hohe Lebensmittelpreise zu. Foto: Norbert Försterling

Einkauf im Supermarkt: Auf deutsche Verbraucher kommen auch im Jahr 2014 vergleichsweise hohe Lebensmittelpreise zu. Foto: Norbert Försterling

dpa

Einkauf im Supermarkt: Auf deutsche Verbraucher kommen auch im Jahr 2014 vergleichsweise hohe Lebensmittelpreise zu. Foto: Norbert Försterling

Berlin (dpa) - Werden Brot, Butter und Zucker teurer, merken sich das Verbraucher ganz besonders. Auch wenn die Teuerung in Deutschland 2014 insgesamt niedrig bleiben dürfte, müssen die Kunden wohl für Nahrungsmittel tendenziell mehr bezahlen.

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auch 2014 auf vergleichsweise hohe Lebensmittelpreise einstellen. «Wir erwarten, dass sich die Lebensmittelpreise insgesamt auf diesem hohen Niveau halten oder allenfalls moderat steigen», sagte Wolfgang Adlwarth, Handelsexperte bei der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). «Preissenkungen sehen wir nur in Einzelfällen - zuletzt war dies etwa bei Kaffee zu beobachten.» Die Fachleute beobachten zudem den Trend, dass Verbraucher immer häufiger bereit sind, qualitativ höherwertige Lebensmittel zu kaufen und dann auch mehr dafür zu bezahlen.

Auch die Händler setzen auf dieses «Trading up», wie der Geschäftsführer des Handelsinstituts EHI, Michael Gerling, erläutert. «Dies schlägt sich auch bei den Preisen nieder.» Das gelte ebenso für die Discounter, «die punktuell und der Jahreszeit entsprechend etwa Festtagsartikel anbieten».

Seit geraumer Zeit können sich die Verbraucher in Deutschland insgesamt über einen geringen Preisauftrieb freuen. Die Lebenshaltungskosten stiegen im November 2013 nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Oktober waren es 1,2 Prozent gewesen. Was die Konsumenten freut, beobachten Europas Währungshüter allerdings mit Sorge. Wegen des schwachen Preisauftriebs im Euroraum hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt.

In Deutschland gehörten Nahrungsmittel 2013 allerdings zu den Produkten, für die Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen mussten. «Gerade bei Frischeprodukten wie Obst und Gemüse oder Fleisch, Wurst und Geflügel hatten wir bis etwa August deutliche Preissteigerungen von mehr als 8 Prozent», erläutert Handelsfachmann Adlwarth. «Diese Entwicklung ist seit zwei, drei Monaten deutlich abgeebbt.» Für die Preissteigerungen seien vor allem höhere Erzeugerkosten verantwortlich gewesen. «Und letztlich hat auch die erhöhte Nachfrage bei bestimmten Produkten als Preistreiber gewirkt.»

EHI-Geschäftsführer Gerling weist auch darauf hin, dass das deutsche Preisniveau bei Nahrungsmitteln international gesehen nicht zu hoch sei. «Was Lebensmittel betrifft, haben wir in Deutschland im internationalen Vergleich ein relativ niedriges Preisniveau. Im EU-Durchschnitt liegen wir im Mittelfeld.»

Auch bei Genussmitteln müssen Verbraucher sich 2014 auf höhere Preise einstellen. So könnte Rauchen erneut teurer werden. Zum 1. Januar tritt eine weitere Stufe der Tabaksteuer-Erhöhung in Kraft - die Hersteller womöglich an die Verbraucher weiterreichen. Der Deutsche Zigarettenverband betont, dass die Steuer etwa drei Viertel des Preises ausmache.

Wie sich die Preise für Schokolade und Co. im kommenden Jahr entwickeln, kann der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) nicht abschätzen. Nur so viel: Die Rohstoffsituation bei den wichtigen Zutaten Zucker, Kakao sowie Kartoffeln (Kabbersnacks) und Weizen (Gebäck) bleibt angespannt, wie eine Verbandssprecherin auf Anfrage sagte. Wichtig für die Preisentwicklung seien vor allem die anstehenden Branchentreffs wie etwa die Süßwarenmesse in Köln Ende Januar.

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