Vegetarisches Essen
Gesund: Ein vegetarisches Mittagsgericht, bestehend aus einem Soja-Schnitzel, Gemüse und einer Ofenkartoffel. Foto: Uwe Anspach/Archiv

Gesund: Ein vegetarisches Mittagsgericht, bestehend aus einem Soja-Schnitzel, Gemüse und einer Ofenkartoffel. Foto: Uwe Anspach/Archiv

dpa

Gesund: Ein vegetarisches Mittagsgericht, bestehend aus einem Soja-Schnitzel, Gemüse und einer Ofenkartoffel. Foto: Uwe Anspach/Archiv

Berlin. Die Deutschen essen am liebsten Fleisch, dann Nudeln und Gemüsegerichte. Es soll schmecken, gesund sein, und mittlerweile legt mehr als die Hälfte der Bürger Wert auf einfache Zubereitung. Das sind nur einige Ergebnisse des am Dienstag in Berlin von Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) vorgestellten "Ernährungsreport 2017". Laut Minister halten neun von zehn Deutschen inzwischen sogar ein Schulfach Ernährung für ähnlich wichtig wie Mathe. Hier Fragen und Antworten:

Stehen die Bundesbürger gerne am Herd? I

nsgesamt nimmt laut der repräsentativen Forsa-Umfrage die Lust am Kochen weiter ab. 2015 standen noch 41 Prozent der Bürger täglich am Herd, 2016 waren es nur noch 39 Prozent. 33 Prozent kochten demnach zwei bis dreimal pro Woche (2015: 37 Prozent), zwölf statt elf Prozent taten dies gar nicht. Womöglich kehrt sich der Trend aber bald um: Denn vom Kochen zeigten sich bei der Umfrage vor allem die 14- bis 18 Jährigen begeistert. 89 Prozent dieser Altersgruppe hätten prinzipiell Lust darauf.

Wie werden Lebensmittel ausgewählt?

97 Prozent der Deutschen kaufen vor allem das, was ihnen schmeckt. 73 Prozent legen Wert auf regionale Lebensmittel und 57 Prozent achten auf den Preis. Die meisten Bürger informieren sich immer noch direkt im Supermarkt über die Qualität (78 Prozent), 51 Prozent recherchieren im Internet, 36 Prozent vertrauen auf die Werbung. Die sozialen Medien sind für den Einkauf eher unbedeutend - nur 13 Prozent nutzen sie als Informationsquelle.

Was halten die Deutschen vom Mindesthaltbarkeitsdatum?

Nichts. Zwei Drittel finden ein Datum, bis wann ein Produkt verbraucht werden sollte, sinnvoller als die mitunter verwirrende Angabe der Mindesthaltbarkeit. Allerdings haben die Verbraucher auch dazu gelernt: Nur noch fünf Prozent entsorgen die Lebensmittel sofort, wenn die Mindesthaltbarkeit abgelaufen ist, 75 Prozent prüfen dann, ob das Produkt noch genießbar ist. Schmidt will jetzt zusätzlich ein Verbrauchsverfallsdatum für Produkte etablieren.

Welche Rolle spielt die artgerechte Haltung?

Rund Dreiviertel der Deutschen sind sich sicher, dass die Lebensmittel unter guten Bedingungen produziert werden. Gleichwohl sehen 87 Prozent Verbesserungsbedarf beim Tierwohl. 88 Prozent der Bürger sind nach eigenen Angaben sogar bereit, mehr Geld für Lebensmittel aus artgerechter Haltung auszugeben. Außerdem wünschen sich die Kunden diesbezüglich Transparenz. Minister Schmidt will deshalb ein Tierwohl-Label etablieren. Konkretes dazu will er im Rahmen der Ende Januar beginnenden Grünen Woche in Berlin vorstellen.

Wollen die Deutschen mehr Ernährungsbildung?

Ja. Richtige Ernährung ist laut Report spätestens dann, wenn Kita und Schule ins Spiel kommen, nicht nur eine Frage der Erziehung. Für 89 Prozent der Bundesbürger ist Ernährungsunterricht so wichtig wie Mathe, Deutsch und Englisch. Für ein entsprechendes Schulfach treten Menschen mit Hauptschulabschluss noch entschiedener ein (93 Prozent) als Befragte mit höherer Bildung. Für die Einführung wären aber die Länder zuständig.

Was sagt der Report noch aus? 

Im Westen greifen die Menschen häufiger täglich zu Süßigkeiten (24 Prozent) als im Osten (elf Prozent), dafür steht im Osten eher Gemüse und Obst auf dem Speiseplan. Je älter die Deutschen werden, desto häufiger trinken sie täglich Tee oder Kaffee. Im Vergleich zu den Männern achten Frauen stärker auf Biosiegel - und die große Mehrheit (71 Prozent) hält vegane Lebensmittel auch auf lange Sicht für relevant.

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