Rucksack-Reisende
Den Job hinschmeißen und eine Weltreise machen. Solche Entscheidungen zu treffen, fällt nicht jedem leicht. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn/dpa

Den Job hinschmeißen und eine Weltreise machen. Solche Entscheidungen zu treffen, fällt nicht jedem leicht. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn/dpa

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Den Job hinschmeißen und eine Weltreise machen. Solche Entscheidungen zu treffen, fällt nicht jedem leicht. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn/dpa

Andernach (dpa/tmn) - Es gibt Menschen, die entscheiden einfach so, dass sie ab sofort allein leben wollen. Sie verlassen ihren Partner, die gemeinsame Wohnung, vielleicht sogar die Stadt und wirken dabei so unglaublich selbstsicher.

Bei den meisten ist es anders: Weitreichende Entscheidungen zu treffen, fällt vielen schwer. Warum das so ist? «Es erfordert eine komplexe Ich-Leistung», erklärt Christa Roth-Sackenheim, Erste Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychiater.

Die Situation muss analysiert, die Vor- und Nachteile müssen abgewogen, die Konsequenzen bedacht werden. Wer da den Anspruch hat, die langfristig einzig richtige Entscheidung zu treffen, entscheidet sich am Ende womöglich gar nicht.

Gegen die Unsicherheit hilft, sich eins klarzumachen, rät Roth-Sackenheim: Der Mensch kann eine Entscheidung immer nur mit seinem derzeitigen Wissensstand treffen. Ja, möglicherweise würde er in zehn Jahren anders entscheiden. Vielleicht aber auch nicht. Er wird es erst in zehn Jahren wissen. Deswegen sollte, wer Schwierigkeiten mit wichtigen Entscheidungen hat, im Hier und Jetzt entscheiden - statt für sich zu beanspruchen, die einzig objektiv richtige Entscheidung zu treffen.

Etwas anderes ist es, wenn jemand psychisch krank ist. In einer Depression können die Menschen häufig gar keine Entscheidung treffen, erklärt Roth-Sackenheim: «Da raten wir Psychiater auch ab, insbesondere wenn es um lebensverändernde Entscheidungen wie Trennung oder Jobwechsel geht.»

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