Der Patient bemerkt die Krankheit erst im Spätstadium.

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Durch Untersuchungen kann man die Krankheit früh erkennen.

Durch Untersuchungen kann man die Krankheit früh erkennen.

dpa

Durch Untersuchungen kann man die Krankheit früh erkennen.

Dortmund. Der Banknachbar im Bus verschwindet plötzlich aus dem Blickfeld, der weggelegte Stift rutscht links ins Unsichtbare: Solche Sehstörungen können Anzeichen für ein Glaukom sein. Nervenzellen der Netzhaut und des Sehnervs sind dann geschädigt. Doch wenn ein Patient diese Symptome bemerkt, ist es oft schon zu spät. Die im Volksmund Grüner Star genannte Krankheit gehört zu den häufigsten Ursachen für Blindheit.

Lange Zeit galt ein erhöhter Augeninnendruck als Ursache eines Glaukoms. "Heute wissen wir, dass dies nur ein Risikofaktor ist, wenn auch ein sehr wichtiger", erläutert Ronald Gerste, Facharzt für Augenheilkunde und Generalsekretär des Initiativkreises zur Glaukom-Früherkennung. Eine zweite häufige Ursache für die Zerstörung der Zellen ist mangelhafte oder schwankende Durchblutung.

Das Tückische ist: Das Auge kann diese Schädigungen sehr lange kompensieren, ohne dass seine Funktion beeinträchtigt ist. "Wenn der Patient selber bemerkt, dass sich an seinem Sehen etwas verändert hat, sind bereits 30 bis 40 Prozent der Nervenzellen zerstört", sagt Helga Kipp vom Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe. "Dann ist bereits das zentrale Sehen betroffen, unheilbare Schäden sind eingetreten und es kann therapeutisch nur noch versucht werden, das zu erhalten, was noch intakt ist."

Die Glaukomtherapie besteht in erster Linie aus dem Einträufeln von Tropfen.

Eine Beeinträchtigung im Alltag ist die Therapie dennoch. "Man muss die Tropfen überallhin mitnehmen. Manche Patienten leiden unter Nebenwirkungen wie Schmerzen am Auge oder Husten und Schleimbildung", sagt Kipp. Vor allem ältere Menschen oder Patienten mit Arthritis in den Fingern tun sich schwer mit dem Träufeln. Aus solchen Gründen vernachlässigt manch ein Patient die Therapie - vor allem in einem frühen Krankheitsstadium, wenn die Sehbeeinträchtigung gering oder noch gar nicht wahrnehmbar ist. "Das ist ein fataler Fehler", warnt Eckert. Das Fortschreiten der Krankheit lasse sich nur verhindern, wenn sie kontinuierlich behandelt und regelmäßig kontrolliert wird.

Folgende Vorsorgeuntersuchungen sind für Männer sinnvoll: ab 35 Jahre: Vorsorge-Check Hautkrebs, ab 40 Jahre: Vorsorge-Check Augen, ab 45 Jahre: Vorsorge-Check Prostatakrebs mit Hautuntersuchung, ab 50 Jahre: Vorsorge-Check Darmkrebs, und außerdem Vorsorge-Check Zähne. Einige der aufgeführten Untersuchungen werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

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