Düsseldorf (dpa/tmn) - Biowein darf in der EU nun offiziell so genannt werden - und bekommt ein Siegel: Das EU-Bio-Logo zeigt ein Lindenblatt mit den europäischen Sternen. Der damit ausgezeichnete Wein stammt aus biologisch angebauten Trauben und wurde ökologisch produziert.

Immer häufiger greifen Verbraucher gezielt zu Biowein. Nun kommt ein weiteres Siegel auf dem Flaschenetikett dazu: das EU-Bio-Logo. Es zeigt ein Lindenblatt mit den europäischen Sternen. «Von der Ernte 2012 an darf jetzt offiziell in der EU 'Biowein' auch so genannt werden», sagte Ralph Dejas vom Bundesverband Ecovin auf der internationalen Weinfachmesse ProWein (4. bis 6. März) in Düsseldorf. Ecovin zertifiziert Bio-Weinbetriebe.

Bisher gab es zwar europaweite Standards für Wein aus biologisch angebauten Trauben, aber nicht für ökologische Herstellungsmethoden. Deshalb durfte das, was allgemein unter «Biowein» verstanden wurde, offiziell nur als «Wein aus ökologisch erzeugten Trauben» bezeichnet werden. «Wir sind froh, dass es endlich Klarheit gibt», erklärte Dejas. Die neuen Richtlinien legen nun bestimmte Produktionsverfahren und Zusatzstoffe für ökologische Weine fest.

So müssen Winzer, die das EU-Biosiegel nutzen wollen, beispielsweise auf den Konservierungsstoff Sorbinsäure verzichten. Auch dürfen sie schweflige Säure zur Konservierung nur in geringerer Menge zusetzen als bei herkömmlichem Wein: Die Differenz beträgt mindestens 30 bis 50 Milligramm pro Liter, abhängig vom Restzuckergehalt des Weines.

Vor allem für Rotwein-Betriebe sieht Lotte Pfeffer-Müller, Vorsitzende von Ecovin, in der Begrenzung von Schwefel eine Herausforderung. «Winzer von hochwertigen Rotweinen, die im Barrique ausgebaut werden, können unter Umständen Schwierigkeiten bekommen.» Ansonsten sieht die Ökowein-Branche das neue Siegel gelassen.

«Das EU-Biosiegel kommt auf alles drauf, auch auf Kartoffeln. Wein ist aber eine eigene Welt. Wir brauchen dieses Siegel nicht, denn die gesetzlichen Bestimmungen sind nur das Basis-Niveau», sagt Paulin Köpfer vom Weingut Wilhelm Zähringer im badischen Heitersheim. «Unsere Bestimmungen, sei es von Demeter oder Ecovin, sind weitaus strenger.» Seine Sorge ist nur, ob damit nicht ein großer bürokratischer Aufwand verbunden ist.

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