Eier zu Kampfpreisen aus dem Discounter schonen zwar den eigenen Geldbeutel, schaden aber dem Tierschutz. Foto: Andrea Warnecke
Eier zu Kampfpreisen aus dem Discounter schonen zwar den eigenen Geldbeutel, schaden aber dem Tierschutz. Foto: Andrea Warnecke

Eier zu Kampfpreisen aus dem Discounter schonen zwar den eigenen Geldbeutel, schaden aber dem Tierschutz. Foto: Andrea Warnecke

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Eier zu Kampfpreisen aus dem Discounter schonen zwar den eigenen Geldbeutel, schaden aber dem Tierschutz. Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - Bei Eiern purzeln die Preise - Verbraucher kaufen aber besser keine Billigeier, wenn ihnen eine tierfreundliche Erzeugung wichtig ist. Denn niedrige Preise gehen zulasten des Tierschutzes, warnt ein Experte.

Die Billig-Eier aus dem Discounter haben für die Hühner negative Folgen, warnte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes auf der Verbrauchermesse Grüne Woche (17. bis 26. Januar) in Berlin. «Wer Preise senkt im Lebensmittelbereich, der senkt auch das Tierschutzniveau», so Schröder. Vor allem Discounter senken in letzter Zeit massiv die Preise für Eier.

Das hat laut Schröder die Folge, dass das Preisniveau unter dem von Eiern aus engen Käfigen liegt, die seit einiger Zeit verboten sind. Bekomme ein Landwirt immer weniger Geld für seine Produkte, könne er die Produktionskosten nicht mehr decken. Das gehe zulasten der Tiere.

Kritisch äußerte sich der Tierschützer auch zu der von der Branche geplanten «Initiative Tierwohl» für höhere Haltungsstandards bei Geflügel und Schweinen. «Es bleibt unklar, ob es den Tieren wirklich besser geht», sagte er. Und auch für den Verbraucher erhöhe sich die Transparenz nicht - die Produkte werden nicht extra gekennzeichnet. Eine bewusste Kaufentscheidung für tierfreundlich erzeugte Fleischprodukte sei dadurch nicht möglich.

Der Tierschutzbund selbst hat vor gut einem Jahr mit seinem unabhängig vergebenen, zweistufigen Label «Für mehr Tierschutz» eine Kaufalternative auf den Markt gebracht. Schröder zog jetzt eine positive Bilanz. Der Marktanteil der damit ausgezeichneten Geflügelprodukte sei zwar noch im unteren Prozentbereich, aber der Markteintritt sei gelungen. 44 Geflügelerzeuger sind nach den Kriterien der Einstiegsstufe zertifiziert. Bei Produkten aus Schwein sei die Umstellung auf mehr Tierschutz schwieriger, so Schröder. Bislang haben 14 Mastschweinebetriebe das Label der Einstiegsstufe, zwei weitere arbeiten auf dem Niveau der sogenannten Premiumstufe. Nur sie ist laut Schröder wirklich tiergerecht.

Insgesamt sind Produkte mit dem Label «Für mehr Tierschutz» bundesweit in 8000 Filialen von Lebensmittelhändlern erhältlich. So ein unabhängiges Label sei der einzige Weg zu mehr Tierschutz. «Wir wünschen uns weiterhin ein staatliches Siegel», fügte er hinzu.

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