Geöffnetes Brust-Implantat des französischen Unternehmens PIP: Experten raten zu einer vorsorglichen Entfernung. Foto: Photopqr/Nice Matin/Eric Estrade
Geöffnetes Brust-Implantat des französischen Unternehmens PIP: Experten raten zu einer vorsorglichen Entfernung. Foto: Photopqr/Nice Matin/Eric Estrade

Geöffnetes Brust-Implantat des französischen Unternehmens PIP: Experten raten zu einer vorsorglichen Entfernung. Foto: Photopqr/Nice Matin/Eric Estrade

dpa

Geöffnetes Brust-Implantat des französischen Unternehmens PIP: Experten raten zu einer vorsorglichen Entfernung. Foto: Photopqr/Nice Matin/Eric Estrade

Berlin (dpa/tmn) - Frauen mit Billig-Brustimplantaten des französischen Herstellers PIP sollten diese vorsorglich entfernen lassen. Das raten mehrere medizinische Fachgesellschaften in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Empfehlung geht auf die französische Expertenkommission zurück, die eine «Entfernung ohne Eile» empfohlen hatte. In Deutschland raten die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zu einer Entfernung.

Die Kommission habe klargestellt, «dass Frauen, die keine vorsorgliche Entfernung durchführen lassen, zukünftig mit einer Rissgefahr, der Gefahr einer falschen Sicherheit beim Bildgebungsverfahren sowie mit dem Risiko eines komplizierten erneuten Eingriffs leben müssen». Außerdem bestehe die Gefahr, dass das in den Implantaten verwendete, minderwertige Silikon-Gel giftig sein könnte.

Nach Angaben der DGPRÄC gibt es außerdem Anzeichen dafür, dass die Implantate verstärkt «ausschwitzen». Das heißt, dass Silikon aus der Hülle hindurch in den Körper austritt. «Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre die in jedem Fall angeratene halbjährliche Prüfung des Implantates zwecklos und die Indikation zur Entfernung noch stärker gegeben», erläutert Prof. Peter M. Vogt, Präsident der DGPRÄC. Allerdings sollten betroffene Patientinnen gemeinsam mit ihrem Arzt bei vertretbarem Risiko die weitere Analyse und Ermittlungen des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und die Reaktion der Krankenkassen abwarten, um eventuell die Kosten für die Entfernung erstattet zu bekommen.

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